Wie ein Buchstabe aus „Väter“ plötzliche „Gemästete“ machte – die skurrilsten Druckfehler 2023
Ekkehard ScheelWie ein Buchstabe aus „Väter“ plötzliche „Gemästete“ machte – die skurrilsten Druckfehler 2023
Eine Reihe von Druckfehlern in deutschen Medien hat im vergangenen Jahr zu einigen ungewöhnlichen – und oft amüsanten – Schlagzeilen geführt. Von fälschlich angekündigten Festivals bis hin zu skurrilen neuen Behördenabteilungen sorgten die Patzer für Verwirrung und Heiterkeit gleichermaßen.
Einer der bemerkenswertesten Fälle betraf einen angeblichen Karrierewechsel eines ehemaligen Ministers, der in Wahrheit nie stattfand.
Die Probleme begannen, als ein fehlender Buchstabe harmlose Formulierungen in Kuriositäten verwandelte. Eine Festivalvorschau, die eigentlich "Fest der Väter" lauten sollte, wurde zum "Fest der Gemästeten". Eine andere Schlagzeile verlieh dem Reutlinger Weihnachtsmarkt fast eine düstere Note – auch wenn die genaue Formulierung nie ganz geklärt wurde.
Im Juni sorgte ein Tippfehler in einem Kochrezept für ratlose Leser. Und eine Ankündigung für einen Flohmarkt verwies irrtümlich auf den "Bücher-Flohmarkt" am Leonhardsplatz, ohne dass klar war, ob Bücher überhaupt eine Rolle spielten. Selbst offizielle Dokumente blieben nicht verschont: Ein Schreibfehler erschaff eine fiktive kommunale Abteilung, das "Amt für Tierbau, Grünflächen und Umwelt". An anderer Stelle nahm eine Diskussion über Verkehrsplanung eine seltsame Wendung, als "liliengeführte" Strecken für die Regionalbahn vorgeschlagen wurden – vermutlich eine Verwechslung mit "lichtgesteuert". Auch Medieninterviews blieben nicht fehlerfrei: Eine Vorschau auf ein Gespräch mit dem Journalisten Can Dündar behauptete fälschlich, er treffe seinen "Mörder" statt seinen Interviewpartner.
Am skurrilsten jedoch war die Meldung, der ehemalige Wirtschaftsminister Robert Habeck werde die Politik verlassen, um eine "Gas"-Dozentur in Berkeley anzutreten. Eine solche Stelle gab es nicht, und niemand hatte sie 2022 inne. Die Reihe der Pannen setzte sich fort, als eine Marktprognose statt der üblichen Ernteertrags eine "Kirchenernte" vorhersagte. Jeder Fehler – obwohl schnell korrigiert – hinterließ verwirrte Leser und sorgte für virale Diskussionen.
Die wiederholten Tippfehler zeigen, wie leicht kleine Fehler die Bedeutung verzerren können. Zwar waren die meisten harmlos, doch sie lösten unerwartete Heiterkeit und Spekulationen aus. Behörden und Redaktionen haben seitdem die Kontrollen verschärft, doch die Vorfälle bleiben eine Mahnung, welche Macht ein einziger falsch platzierter Buchstabe haben kann.
