Wesermarsch investiert 603.000 Euro in grüne Wasserstoff-Zukunft und strategische Machbarkeitsstudie
Wesermarsch investiert 603.000 Euro in grüne Wasserstoff-Zukunft und strategische Machbarkeitsstudie
Der Landkreis Wesermarsch hat 603.000 Euro für eine umfassende Machbarkeitsstudie zum Thema Wasserstoff gesichert. Die Förderung, die vom Landesbeauftragten Nikolaus Jansen bewilligt wurde, soll untersuchen, wie sich die Region zu einer führenden Kraft in der Produktion und Infrastruktur von grünem Wasserstoff entwickeln kann. Lokale Vertreter sehen in dem Vorhaben die Chance, die Wesermarsch als zentralen Akteur in der aufstrebenden Wasserstoffwirtschaft zu positionieren.
Das Projekt "Clean Hydrogen Coastline WHE" wird sich mit der Erzeugung, Speicherung und industriellen Nutzung von Wasserstoff in der Wesermarsch befassen. Unter der Leitung der Wesermarsch Wirtschaftsförderung sind Partner wie die EWE Hydrogen GmbH und die Jade Hochschule beteiligt. Die Ergebnisse der Studie sollen die Grundlage für die Zukunft der Region als nachhaltiger Energiewirtschafts- und Industriestandort bilden.
Die Finanzierung der Untersuchung stammt aus dem von der EU unterstützten Programm "Zukunftsregionen in Niedersachsen". Sie ist Teil der übergeordneten Initiative "NetZero Nordwestdeutschland", die langfristige Investitionen in den Wasserstoffsektor lenken soll.
Die Wesermarsch ist mit ihrem Wasserstoff-Engagement nicht allein. In ganz Niedersachsen treiben mindestens drei weitere Regionen ähnliche Projekte voran. Im Emsland umfasst das GET H2-Projekt von RWE eine Elektrolyseanlage mit 300 Megawatt Leistung, wobei die erste Ausbaustufe von 200 Megawatt bis 2026 in Betrieb gehen soll. Seit 2023 laufen bereits Pilotversuche, und das Vorhaben "Lingen Green Hydrogen" wird bis 2027 einen weiteren Elektrolyseur mit 100 Megawatt hinzufügen.
Auch der Landkreis Nienburg hat 6,05 Millionen Euro Landesförderung für eine modulare Thermolyseanlage des Projekts Waste2Value erhalten. Gleichzeitig entwickelt die Region Leine-Weser, zu der die Landkreise Diepholz, Hannover, Holzminden und Hildesheim gehören, ein eigenes Wasserstoffnetz.
Landrat Stephan Siefken betrachtet die Machbarkeitsstudie als entscheidenden Schritt. Er ist überzeugt, dass die geografische Lage und die Ressourcen der Wesermarsch sie prädestinieren, eine Vorreiterrolle in der Wasserstoffwirtschaft einzunehmen.
Die mit 603.000 Euro geförderte Studie soll eine strategische Roadmap für Wasserstoffinvestitionen in der Wesermarsch erarbeiten. Bei Erfolg könnte sie weitere Fördergelder und Industriepartnerschaften anziehen. Das Projekt fügt sich nahtlos in die landesweiten Bestrebungen Niedersachsens ein, ein Netzwerk aus Produktionsstätten und Infrastruktur für grünen Wasserstoff aufzubauen.
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