VW Wolfsburg fährt Produktion hoch – dank Rekordnachfrage nach Golf und Tiguan
Lidia HartungVW Wolfsburg fährt Produktion hoch – dank Rekordnachfrage nach Golf und Tiguan
VWs Stammwerk in Wolfsburg erlebt eine überraschende Produktionswelle
Trotz jüngster Sparmaßnahmen und branchenweiter Herausforderungen fährt Volkswagen im Hauptwerk Wolfsburg die Produktion hoch, um die starke Nachfrage nach VW Golf, Tiguan und Touran zu bedienen. Die Absatzzahlen der gesamten Gruppe kletterten im ersten Quartal auf rund 2,1 Millionen Fahrzeuge – und übertrafen damit die Erwartungen deutlich.
Der unerwartete Aufschwung kommt, während die Belegschaft Zusatzschichten einlegt, um die Bestellungen für gefragte Modelle wie VW Golf, Tiguan und Touran zu bewältigen. Gleichzeitig bereitet sich das Werk auf künftige Umstellungen vor, darunter Produktionsverlagerungen bei einigen langjährigen Modellen wie dem VW Golf.
Der Produktionsschub folgt auf einen deutlichen Anstieg der Absatzzahlen der Volkswagen Gruppe zu Jahresbeginn. Westeuropa treibt das Wachstum an, während der chinesische Markt weiterhin schwächelt. Um die erhöhte Arbeitslast zu stemmen, sind insbesondere Mitarbeiter in der Lackierung, Reifenmontage und Qualitätssicherung stark gefragt.
Als Reaktion darauf hat das Wolfsburg-Werk vor der geplanten Sommerpause 16 zusätzliche Schichten eingelegt. Die gestiegene Auslastung speist sich vor allem aus der anhaltenden Nachfrage nach Verbrennern, darunter auch SUVs wie der neue Tayron. Doch auch Hybrid- und Benzinmodelle verzeichnen starke Verkäufe: Die Neuzulassungen im Januar 2026 zeigen, dass Hybride (58.206 Einheiten) und Benziner (43.695 Einheiten) die E-Autos (42.692 Einheiten) überflügeln.
Gleichzeitig meldet die Volkswagen-Kernmarke einen fast 60-prozentigen Anstieg bei den Verkäufen von Elektrofahrzeugen im Vergleich zum Vorjahr. Doch der aktuelle VW Golf mit Verbrennermotor wird bald im Rahmen von Kostensenkungsmaßnahmen nach Mexiko verlagert. Sein elektrischer Nachfolger soll hingegen künftig in Wolfsburg vom Band rollen.
Das Werk in Wolfsburg balanciert nun zwischen Rekordnachfrage nach klassischen Modellen wie dem VW Golf und der Vorbereitung auf die elektrische Zukunft. Zusatzschichten und die Konzentration auf Schlüsselmärkte helfen, die Produktionszahlen zu halten. Die unmittelbare Herausforderung besteht darin, die aktuellen Aufträge zu bedienen – bei gleichzeitiger Anpassung an die langfristige Modellpalette.
