14 January 2026, 19:26

Voslapper Groden: Energieprojekt bedroht einzigartiges Vogelparadies vor Wilhelmshaven

Eine Karte von Europa mit verschiedenen Grüntönen, die unterschiedliche Regionen anzeigen, und dem Logo des Europäischen Umweltbüros in der linken oberen Ecke.

Voslapper Groden: Energieprojekt bedroht einzigartiges Vogelparadies vor Wilhelmshaven

Der Stadtrat von Wilhelmshaven treibt die Pläne voran, das geschützte Gebiet Voslapper Groden in einen Energieknotenpunkt umzuwandeln. Das Gelände, das derzeit ein wichtiges Brut- und Rastgebiet für 128 Vogelarten ist, soll ein großes LNG-Terminal und einen Energiepark an Land beherbergen. Der belgische Konzern Tree Energy Solutions (TES) wird den Betrieb verantworten, darunter die Wasserstoffproduktion und Stromerzeugung.

Das Projekt konzentriert sich auf ein 267 Hektar großes Areal innerhalb des Natura-2000-Netzwerks, das nach der EU-Vogelschutzrichtlinie rechtlich geschützt ist. Trotz seiner ökologischen Bedeutung argumentiert der Stadtrat, dass das Gelände die einzige machbare Option für den Energiepark darstelle. Alternative Standorte wurden nicht geprüft, und Naturschützer warnen, dass die vorgeschlagenen Ersatzhabitate weder die nötige Größe noch die erforderliche Vernetzung oder Störungsfreiheit aufweisen.

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Kritiker stellen auch die ökologische Nachhaltigkeit des Vorhabens infrage und verweisen auf mögliche Schäden für die Artenvielfalt. TES plant, auf dem Gelände Methan, Flüssigerdgas (LNG), Erdgas (ENG) sowie Wasserstoff zu handhaben und dort zudem Verflüssigungs- und Regasifizierungsprozesse durchzuführen. Zwar verspricht das Projekt neue Arbeitsplätze und höhere Gewerbesteuereinnahmen, doch Umweltschützer befürchten, dass damit ein gefährlicher Präzedenzfall geschaffen wird, indem ein einzigartiges Naturgebiet geopfert wird. Bevor die endgültige Genehmigung erteilt wird, muss der Vorschlag mehrere Fachgremien durchlaufen. Der Stadtrat ist zudem gehalten, den Flächennutzungsplan zu ändern, um Terminal und Energiepark zu ermöglichen – ein Schritt, der zusätzliche Kontroversen ausgelöst hat.

Die Entscheidung liegt nun beim Stadtrat, der die Stellungnahmen der Expertenkommissionen einbeziehen wird. Bei einer Genehmigung würde das Projekt den Voslapper Groden unwiderruflich verändern und ein zentrales Schutzgebiet für bedrohte Vogelarten zerstören. Das Ergebnis wird auch zeigen, ob wirtschaftliche Vorteile den Verlust eines rechtlich geschützten Naturraums rechtfertigen.