15 January 2026, 10:22

Vom Lagerarbeiter zum DGB-Chef: Payandehs ungewöhnlicher Aufstieg endet mit Rücktritt

Eine Gruppe von Menschen, die auf einem Schotterweg gehen, einige mit Taschen, einer auf einem Pferdewagen und ein Hund begleiten sie, mit Häusern und einem klaren Himmel im Hintergrund und Text unten, der 'Deutsche Flüchtlinge in Deutschland' liest.

DGB-Regionalvorsitzender Payandeh: Ein falscher Schritt, ein neues Leben - Vom Lagerarbeiter zum DGB-Chef: Payandehs ungewöhnlicher Aufstieg endet mit Rücktritt

Mehrdad Payandeh, der langjährige Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) für Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt, hat sein Amt niedergelegt. Eine Abschiedsveranstaltung in Hannover markierte das Ende seiner Amtszeit, die 2018 begann. Sein Rückzug fällt in eine Zeit der Reflexion über eine außergewöhnliche Laufbahn, die vor Jahrzehnten mit einer unerwarteten Zugfahrt begann.

Payandehs Geschichte begann mit einer Flucht aus dem Iran, gefolgt von einer Zugreise, die sein Leben veränderte. Eigentlich hatte er vor, nach Dänemark zu reisen, landete aber versehentlich in Ost-Berlin. Jahre später lachte er über diese Ironie des Schicksals und gab zu, einst geglaubt zu haben, einen falschen Zug genommen zu haben – nur um später zu erkennen, dass es doch der richtige gewesen war.

Nach seiner Ankunft in Deutschland arbeitete er als Lagerarbeiter, während er die Sprache lernte. Er trat der SPD bei, studierte Volkswirtschaftslehre und promovierte 2004 in Bremen. Bereits 2008 zog es ihn nach Berlin, wo er in den Bundesvorstand des DGB eintrat. Kollegen und politische Weggefährten würdigten nun seine Verdienste. Yasmin Fahimi, die DGB-Bundesvorsitzende, bezeichnete ihn als engagierten Gewerkschafter und Kämpfer für soziale Gerechtigkeit, Mitbestimmung und Demokratie. Der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil nannte ihn einen loyalen Partner und herausragenden Netzwerker.

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Offiziell wird Payandeh sein Amt im Dezember altersbedingt verlassen. Ernesto Harder, der aktuelle DGB-Landesvorsitzende in Bremen, wurde als sein Nachfolger für die regionale Position benannt. Für Payandehs Funktion als stellvertretender Bundesvorsitzender für die drei Regionen steht ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin jedoch noch nicht öffentlich fest.

Payandehs Karriere umfasste Jahrzehnte – von seinen Anfängen als Lagerarbeiter bis hin zu seiner Führungsrolle im DGB. Sein Abschied markiert das Ende eines Kapitels, das mit einer zufälligen Zugfahrt begann. Der Übergang zu einer neuen Führung wird bis Jahresende vollzogen, wobei Harder die regionale Verantwortung übernehmen wird.