18 December 2025, 04:50

Verfassungsschutz als „Antifa“? Rechtsextreme Aktivistin löst Debatte aus

Personen mit Flaggen auf der rechten Seite, ein durchgedrückter Arm in der Mitte, zwei Polizisten auf der linken Seite, mit Gebäuden, Bäumen und einem Auto im Hintergrund.

Verfassungsschutz als „Antifa“? Rechtsextreme Aktivistin löst Debatte aus

Verfassungsschutz ist Antifa? Rechtsextreme Aktivistin teilt alten Post nach US-Sanktionen

Teaser: Die rechtsextreme Aktivistin Naomi Seibt behauptet, der Verfassungsschutz unterstütze die "antifa" – und damit eine terroristische Organisation. Was steckt dahinter?

Artikeltext:

Die rechtsextreme Aktivistin Naomi Seibt wirft dem deutschen Inlandsgeheimdienst vor, die "antifa" zu unterstützen – ein Begriff, den sie mit Terrorismus in Verbindung bringt. Mitte November 2025 behauptete sie, das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) "identifiziere sich als ANTIFA" und stehe damit an der Seite einer von ihr so bezeichneten "terroristischen Organisation". Die Vorwürfe kommen zu einer Zeit, in der Seibt, die mittlerweile in den USA lebt, angibt, vom BfV überwacht und von linksextremen Kreisen bedroht zu werden.

Ihre Äußerungen folgen auf eine Entscheidung der US-Regierung, mehrere europäische "antifa-Gruppen" als terroristische Organisationen einzustufen – ein Schritt, der auf Kritik stieß.

Das BfV hatte bereits in der Vergangenheit betont, es stehe gegen Faschismus, doch dies bedeute nicht die Unterstützung einer bestimmten Gruppe. Als die Behörde 2024 den Satz "Wir sind auch antifa" verwendete, bezog sich dies auf eine antifaschistische Haltung und nicht auf die Rückendeckung einer konkreten Organisation. Der Begriff "antifa" selbst umfasst ein breites Spektrum linksextremer Aktivisten, aber keine einheitlich strukturierte Gruppe. So beschreibt etwa "antifa Ost" Aktivitäten in Ostdeutschland, ohne über eine formale Hierarchie zu verfügen.

Sowohl das BfV als auch die Landesbehörden für Verfassungsschutz beobachten extremistische Bedrohungen aus allen politischen Lagern – von links wie von rechts. Ihre Aufgabe besteht darin, Informationen zu sammeln, um das demokratische System Deutschlands zu schützen. Dennoch haben Kontroversen über den Einsatz von V-Leuten immer wieder Spekulationen über eine mögliche Zusammenarbeit mit antifa-Gruppen genährt. Bisher gibt es jedoch keine belastbaren Beweise für eine direkte Kooperation.

Das deutsche Innenministerium zeigte sich überrascht über die Einstufung von antifa Ost als terroristische Organisation durch die USA. Viele ihrer Mitglieder waren bereits vor der Ankündigung verurteilt oder inhaftiert worden. Seibt, die in den USA politisches Asyl beantragt hat, beharrt darauf, vom BfV und linksextremen Kreisen ins Visier genommen zu werden. Ihre Vorwürfe spiegeln eine größere Debatte wider, wie Regierungen politischen Extremismus einordnen und darauf reagieren.

Das BfV bleibt im Rahmen seines gesetzlichen Auftrags weiterhin mit der Beobachtung extremistischer Bewegungen betraut. Seibts Anschuldigungen unterstreichen die Spannungen zwischen rechtsextremen Aktivisten und deutschen Behörden. Gleichzeitig bleibt die US-Einstufung bestimmter antifa-Gruppen als terroristische Organisationen umstritten – Kritiker werfen vor, damit werde linksextreme Opposition pauschal kriminalisiert.

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