18 March 2026, 02:34

TrumpRx-Programm gefährdet Zugang zu innovativen Medikamenten in Deutschland

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie andere Länder, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

TrumpRx-Programm gefährdet Zugang zu innovativen Medikamenten in Deutschland

Ein neues US-Medikamenten-Rabattprogramm sorgt in Deutschland für Besorgnis über den künftigen Zugang zu innovativen Arzneimitteln. Die unter dem Namen TrumpRx bekannte Initiative zielt darauf ab, die Medikamentenkosten in den USA durch den Vergleich mit Preisen in Ländern wie Deutschland zu senken. Doch führende Vertreter der deutschen Pharmabranche warnen, dass diese Politik den heimischen Markt stören und lebenswichtige Behandlungen für Patienten verzögern könnte.

Die von US-Präsident Donald Trump ins Leben gerufene TrumpRx-Initiative bietet zunächst Rabatte auf 40 Medikamente an. Ihr Ziel ist es, die US-Preise an die vergleichbarer Nation anzupassen – mit Deutschland als zentralem Referenzmarkt. Der Branchenverband Pharma Deutschland hat nun Stellung bezogen und erklärt, die Politik setze deutsche Hersteller unter unzumutbaren Druck.

Besonders betroffen sind deutsche Unternehmen mit US-Geschäft, wie Dorothee Brakmann, Geschäftsführerin von Pharma Deutschland, betont. Sie argumentiert, dass die US-Preisregulierungen in Kombination mit den traditionell niedrigeren deutschen Preisbenchmarks die Firmen zwingen könnten, ihre Strategien zu überdenken. Manche könnten den Markteintritt neuer Medikamente in Deutschland oder Europa sogar ganz verschieben oder streichen.

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Die Debatte kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland bereits mit einer Innovationslücke kämpft. Offizielle Zahlen zeigen, dass 19 bahnbrechende Arzneimittel, die in den USA bereits zugelassen sind, deutschen Patienten nicht zur Verfügung stehen. Zwar gibt es Fortschritte – etwa durch die jüngsten Einführungen von Qalsody gegen ALS (Juli 2024) und Rystiggo gegen Myasthenia gravis (März 2024) –, doch direkte Vergleiche mit den US-Breakthrough-Therapy-Bezeichnungen fehlen. Unklar bleibt, wie groß die Versorgungslücke tatsächlich ist und welche konkreten Behandlungen fehlen.

Die langfristigen Folgen von TrumpRx für deutsche Patienten könnten gravierend sein. Passen Unternehmen ihre Preise oder Markteintrittsstrategien an, drohen weitere Verzögerungen beim Zugang zu Spitzenmedizin. Vorerst beobachten Branchenvertreter genau, wie sich die Politik in den kommenden Jahren auf die Arzneimittelverfügbarkeit auswirken wird.

Quelle