Tödlicher Angriff auf Zugbegleiter: Warum die Sicherheitsdebatte bei der Bahn eskaliert
Mia StollTödlicher Angriff auf Zugbegleiter: Warum die Sicherheitsdebatte bei der Bahn eskaliert
Sicherheitsvorkehrungen bei der Deutschen Bahn in der Kritik nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter
Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter im Februar stehen die Sicherheitsmaßnahmen der Deutschen Bahn auf dem Prüfstand. Das Unternehmen hat Körperkameras für das Personal eingeführt und die Kontrollen von Ausweisdokumenten während der Ticketprüfungen vorerst ausgesetzt. Gleichzeitig entfachen Forderungen nach strengeren Schutzregeln eine Debatte zwischen Verkehrsbeamten und Gewerkschaften.
Der Vorfall ereignete sich in der Nähe von Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz, wo der 36-jährige Zugbegleiter Serkan C. getötet wurde. Als Reaktion forderte die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verbindliche Zweipersonen-Besetzungen für alle Züge. Der Gewerkschaftsvorsitzende Martin Burkert warnte, dass die Gewalt gegen Mitarbeiter ohne wirksamere Schutzmaßnahmen weiter zunehmen werde.
Die Verkehrsministerkonferenz lehnte den gewerkschaftlichen Vorschlag für eine bundesweite Zweipersonen-Regelung jedoch ab. Stattdessen sprach sie sich für regionale und bedarfsgerechte Personalentscheidungen aus. Zwar begrüßten die Minister die neuen Sicherheitsmaßnahmen der Bahn – etwa Körperkameras und eine verbesserte Bahnhofsüberwachung –, wiesen aber auf die hohen Kosten hin.
Aktuell wird diskutiert, wie weitere Aufrüstungen innerhalb des bestehenden Budgets finanziert werden können. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder plant, die Wirksamkeit der Maßnahmen bis Ende April zu bewerten. Zudem werden zusätzliche Überwachungsoptionen geprüft, ohne dass bisher abschließende Beschlüsse gefasst wurden.
Die jüngsten Änderungen der Deutschen Bahn zielen zwar auf mehr Sicherheit ab, doch die Gewerkschaften fordern weitere Schritte. Die Ablehnung der Zweipersonen-Besetzung durch die Minister überlässt die Personalplanung den regionalen Behörden. Die Ergebnisse von Schnieders Prüfung im April werden zeigen, ob weitere Maßnahmen ergriffen werden.
