Thüringen reformiert Jugendhilfe: Mehr Inklusion und Flexibilität bei Ferienschließungen
H.-Dieter HuhnThüringen reformiert Jugendhilfe: Mehr Inklusion und Flexibilität bei Ferienschließungen
Die Landesregierung Thüringens hat einen Gesetzentwurf zur Aktualisierung der lokalen Gesetze für Kinder- und Jugendhilfe gebilligt. Die Änderungen orientieren sich an den jüngsten Bundesreformen im Rahmen des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG). Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Inklusion und der verstärkten Beteiligung selbstorganisierter Gruppen in den Jugendhilfeausschüssen.
Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz begleitet die verfahrensrechtlichen Aspekte des Gesetzesvorhabens, das auch Regelungen zu Streitwerten umfasst.
Die geplanten Novellen betreffen das Thüringische Ausführungsgesetz zum Achten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB VIII) sowie die Landeskommission für Kinder und Jugend. Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Umstrukturierung der kommunalen und landesweiten Jugendhilfeausschüsse, um selbstorganisierten Gruppen eine breitere Vertretung zu ermöglichen.
Eine weitere bedeutende Änderung erlaubt es öffentlichen Trägern der Jugendhilfe, ihre Einrichtungen während der Schulferien für bis zu vier Wochen pro Jahr zu schließen. Diese Regelung knüpft an die Vorgaben des Ganztagsförderungsgesetzes (GaFöG) an und gibt den Trägern mehr Flexibilität bei der Planung von Schließzeiten.
Der Entwurf geht nun in die nächste Phase des Gesetzgebungsverfahrens. Die Landesregierung strebt an, die Bundesreformen in das bestehende Thüringer System zu integrieren. Die Anpassungen zielen darauf ab, die Jugendhilfe zu modernisieren und gleichzeitig die Übereinstimmung mit den nationalen Standards zu wahren.
Sollte das Gesetz verabschiedet werden, wird Thüringen seine Jugendhilfepolitik an die bundesweiten Vorgaben anpassen. Lokale Träger erhalten klarere Richtlinien für Ferienschließungen, und in den Jugendausschüssen wird die Mitwirkung ausgeweitet. Die Reformen spiegeln die fortlaufenden Bemühungen wider, die Unterstützungssysteme für Kinder und Jugendliche im Land zu stärken.
