Streit um Millionenprojekt: Braucht die Region einen neuen Radschnellweg zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig?
Lidia HartungStreit um Millionenprojekt: Braucht die Region einen neuen Radschnellweg zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig?
Ein geplanter Fahrradschnellweg zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig hat unter lokalen Politikern eine kontroverse Debatte ausgelöst. Das auf rund 1,365 Millionen Euro geschätzte Projekt soll die Radverkehrsinfrastruktur zwischen den beiden Städten verbessern. Befürworter und Kritiker äußern sich vehement zu dessen Notwendigkeit und den finanziellen Auswirkungen.
Die Stadtverwaltung rechnet mit etwa 2.000 täglichen Fahrten auf der neuen Radschnellverbindung. Aktuelle Daten zeigen, dass eine bestehende Zählstation am Sternhausberg im Jahr 2025 durchschnittlich 367 Fahrradfahrten pro Werktag registrierte. Geht man davon aus, dass Pendler die Station zweimal passieren, deutet dies darauf hin, dass derzeit etwa 241 Menschen die Strecke täglich nutzen.
Zwischen Wolfenbüttel und Braunschweig bestehen bereits zwei gut ausgebaute Radwege. Der FDP-Mitantragsteller Rudolf Ordon sieht daher keine Notwendigkeit für eine weitere Verkehrsverbindung. Auch Manfred Wolfrum von der AfD hinterfragt das Vorhaben und hält die geschätzten jährlichen Folgekosten von 30.000 Euro für unrealistisch niedrig.
Der Grünen-Politiker Leonhard Pröttel kritisierte die CDU dafür, sich auf lokale Radprojekte zu konzentrieren, statt die überregionale Fahrradschnellverbindung voranzutreiben. Ralf Achilles, Fraktionsvorsitzender der SPD, unterstützt den Vorschlag hingegen und betont, dieser sorge für eine gerechte Behandlung aller Verkehrsteilnehmer. Die Diskussion findet vor dem Hintergrund eines Haushaltsdefizits von 19 Millionen Euro in Wolfenbüttel statt.
Das Projekt bleibt umstritten. Bei einer Genehmigung würde es eine weitere Radverbindung zwischen den Städten schaffen – allerdings zu erheblichen Kosten. Die endgültige Entscheidung wird davon abhängen, wie sich finanzielle Zwänge mit dem Bedarf nach verbesserten Verkehrsoptionen in Einklang bringen lassen.






