22 March 2026, 16:27

Stadtrat lehnt Fusion der Wolfenbütteler Bibliotheken ab – und jetzt?

Eine gut beleuchtete Bibliothek mit Reihen von Bücherregalen, einem sichtbaren Textbrett und einem Wasserzeichen unten, das einer Selbstbedienungsbibliothek für Stadtviertel ähnelt.

Stadtrat lehnt Fusion der Wolfenbütteler Bibliotheken ab – und jetzt?

Ein Plan zur Zusammenlegung der Stadt- und Kreisbibliotheken Wolfenbüttels ist vom Stadtrat abgelehnt worden. Der von der CDU-Fraktion eingebrachte Vorschlag zielte darauf ab, Kosten zu sparen und die Abläufe angesichts finanzieller Engpässe effizienter zu gestalten. Die Entscheidung kam nach wochenlanger Debatte und war von den Verantwortlichen erwartet worden.

Die geplante gemeinsame Einrichtung sollte am Bahnhof entstehen und kulturelle Angebote im Bereich der Harzstraße bündeln. Präzise Nutzungsdaten der vergangenen fünf Jahre liegen jedoch nicht vor – für eine detaillierte Bewertung wären lokale Berichte oder Bibliotheksstatistiken erforderlich.

Mit ihrem Vorstoß wollte die CDU ein Defizit von 6,2 Millionen Euro im Haushalt des Bildungszentrums verringern. Durch die Zusammenführung der Stadtbibliothek mit der Volkshochschule des Landkreises erhoffte man sich Einsparungen und eine bessere Auslastung. Ein zentrales Ziel war es, den logistischen Aufwand für den Transport von Büchern zwischen dem Bildungszentrum und dem Büchermobil zu reduzieren.

Beide Verwaltungen waren aufgefordert worden, Möglichkeiten zur optimalen Nutzung der bestehenden Räumlichkeiten am Bahnhof und im Bildungszentrum zu prüfen. Der Plan sah zudem eine verstärkte interkommunale Zusammenarbeit vor, um gemeinsame Lösungen zu finden. In Wolfenbüttel gibt es derzeit drei Hauptbibliotheken: die historische Herzog August Bibliothek, die städtische Stadtbibliothek und die Volkshochschule des Landkreises.

Trotz der Bemühungen lehnte der Rat den Zusammenschluss mit deutlicher Mehrheit ab. Die Antragsteller hatten mit diesem Ergebnis gerechnet, da andere Fraktionen Widerstand ankündigten. Ohne die Fusion werden die Bibliotheken vorerst weiter eigenständig betrieben.

Die Ablehnung zwingt Stadt und Landkreis nun, nach alternativen Wegen zur Bewältigung ihrer finanziellen Herausforderungen zu suchen. Das Defizit des Bildungszentrums bleibt ungelöst, und die logistischen Ineffizienzen beim Buchtransport bestehen fort. Vorerst bleiben die drei Einrichtungen – die Herzog August Bibliothek, die Stadtbibliothek und die Volkshochschule – eigenständig.

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