06 February 2026, 13:36

Sozialrichter diskutieren in Hannover über digitale Reformen und aktuelle Herausforderungen

Eine Gruppe von Menschen in schwarzen Roben, identifiziert als die Obersten Richter der Vereinigten Staaten, sitzt und lächelt in einem Gerichtssaal mit Flaggen, Fotorahmen und einem Tisch mit Büchern im Hintergrund.

Sozialrichter diskutieren in Hannover über digitale Reformen und aktuelle Herausforderungen

Über 120 Sozialrichter aus Niedersachsen und Bremen trafen sich in Hannover zur Großen Richterkonferenz 2025

Vom 17. bis 18. Juni fand in Hannover die zweitägige Veranstaltung statt, die als zentrale Plattform für die Diskussion drängender Fragen des Sozialrechts und der Rechtspraxis diente. Die Organisatoren betonten ihre Bedeutung für die fachliche Weiterentwicklung und die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen.

Eröffnet wurde die Konferenz von Katrin Rieke, Präsidentin des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen, die die Bedeutung solcher Treffen für die richterliche Fortbildung unterstrich. Es folgte ein Hauptvortrag von Professor Dr. Stefan Huster zum Spannungsfeld zwischen Eigenverantwortung und Solidarität im Gesundheitssystem.

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Das Programm umfasste Vorträge, Diskussionsrunden und Workshops. Dr. Ferdinand Haenel referierte medizinrechtlich über die Begutachtung posttraumatischer Belastungsstörungen, während Isabel Hildebrandt die rechtlichen Rahmenbedingungen für Sitzungsmanagementmaßnahmen analysierte. In Arbeitsgruppen wurden Themen wie Grundsicherung, Rentenrecht, Unfallversicherung, Krankenversicherung und Verfahrensrecht vertieft.

Ein neues Format, Im Gespräch mit…, ermöglichte den Richtern, mit Justizministerin Dr. Kathrin Wahlmann über aktuelle justizpolitische Herausforderungen zu diskutieren. Zudem wurde eine Bilanz der letzten fünf Jahre gezogen, in denen die Gerichte unter anderem durch digitale Reformen wie das elektronische Gerichtspostfach (EGVP) und KI-gestützte Fallprüfungen Fortschritte erzielten. Dadurch konnte der Papierverbrauch um über 70 Prozent gesenkt und die durchschnittliche Verfahrensdauer um 25 bis 30 Prozent verkürzt werden.

Die Konferenz hat sich als jährlicher Fixpunkt etabliert, der die Sozialgerichte beider Länder zusammenführt, um Fachwissen auszutauschen und auf sich wandelnde rechtliche und gesellschaftliche Anforderungen zu reagieren.

Die diesjährige Auflage unterstrich das Engagement der Sozialgerichtsbarkeit, sich modernen Herausforderungen zu stellen. Digitale Innovationen sowie gezielte Debatten zu Gesundheit, Sozialrecht und Effizienz in der Justiz standen im Mittelpunkt. Die Teilnehmer verließen die Veranstaltung mit aktualisierten Erkenntnissen und gestärkten beruflichen Netzwerken für das kommende Jahr.