Smart Stores retten die Versorgung auf dem Land – wie Niedersachsen vorangeht
Lidia HartungIntelligente Geschäfte als neue Hoffnung für lokale Versorgung - Smart Stores retten die Versorgung auf dem Land – wie Niedersachsen vorangeht
Kleine, automatisierte Supermärkte – sogenannte "Smart Stores" – füllen in ländlichen Regionen die Lücken, die traditionelle Geschäfte hinterlassen, wenn sie um ihr Überleben kämpfen. Diese digitalen Minimärkte bieten flexibles Einkaufen, oft rund um die Uhr, und kommen mit minimalem Personal aus. Allein in Niedersachsen gibt es mittlerweile rund 90 solcher Läden, die Gemeinden den Zugang zu lebenswichtigen Gütern und Dienstleistungen sichern.
Der Aufstieg der Smart Stores fällt in eine Zeit, in der Deutschland einen stetigen Rückgang klassischer Lebensmittelgeschäfte erlebt. Viele ländliche Orte können keine vollwertigen Supermärkte mehr tragen, sodass die Bewohnerinnen und Bewohner weniger Auswahl haben. Diese kompakten Läden, meist unter 500 Quadratmeter groß, setzen auf Automatisierung, um die Kosten niedrig zu halten und längere Öffnungszeiten zu ermöglichen.
Tante Enso betreibt den Großteil der Smart Stores in Niedersachsen und hält bundesweit den größten Marktanteil. Einige Standorte gehen über den reinen Lebensmittelverkauf hinaus und bieten zusätzlich Geldautomaten, Postdienste oder sogar Telemedizin an, um die lokalen Bedürfnisse besser zu bedienen. Monika Scherf, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammern Niedersachsen (IHKN), sieht in diesen Läden eine praktische Lösung, um grundlegende Versorgungsleistungen in unterversorgten Gebieten zu erhalten.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Smart Stores unterscheiden sich je nach Bundesland. Während Niedersachsen derzeit diskutiert, ob Sonntagsöffnungen erlaubt werden sollen, haben Thüringen und Baden-Württemberg ihre Ladenschlussgesetze bereits angepasst, um ähnliche Projekte zu fördern. Die Änderungen zielen darauf ab, den ländlichen Einzelhandel langfristig zukunftsfähig zu machen.
Mit rund 90 Smart Stores in Niedersachsen gewinnt das Modell zunehmend an Bedeutung als Antwort auf schrumpfende Einzelhandelsnetze. Die automatisierten Läden ermöglichen einen Rund-um-die-Uhr-Zugang zu Waren und Zusatzdienstleistungen – dort, wo größere Geschäfte nicht mehr überleben können. Wenn weitere Regionen ihre Gesetze anpassen, könnte sich dieser Ansatz in ganz Deutschland weiter verbreiten.
