26 March 2026, 20:30

Sieben Bundesländer fordern Rettungspaket für die kriselnde Chemieindustrie

Eine Liniengrafik, die den Trend der CO2-Emissionen in Deutschland zeigt, mit begleitendem Erklärungstext.

Sieben Bundesländer fordern Rettungspaket für die kriselnde Chemieindustrie

Sieben deutsche Bundesländer haben die Bundesregierung aufgefordert, dringend Maßnahmen zur Unterstützung der krisegeplagten Chemieindustrie zu ergreifen. Ohne sofortige Entlastung drohe dem Sektor schweren Schäden, die Zehntausende Arbeitsplätze in zentralen Regionen gefährden könnten.

Die Länder fordern einen vorübergehenden Stopp der Industrieemissionsrichtlinie (IED) sowie schnellere Genehmigungsverfahren und niedrigere Energiekosten für die Hersteller. Der Appell erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Branche unter dem Druck stark gestiegener Strom- und Gaspreise leidet. Die sieben Bundesländer – darunter Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz – kritisieren die "Chemie-Agenda 2045" der Regierung als unzureichend, um die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen. Sie bestehen darauf, dass der Plan nun unverzüglich durch konkrete Maßnahmen untermauert werden muss.

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Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne warnte vor massiven Arbeitsplatzverlusten. Die Branche beschäftigt direkt rund 585.000 Menschen, mit wichtigen Standorten in Städten wie Mannheim, Heidelberg und Darmstadt. Um die Belastung zu verringern, fordern die Länder zudem eine Verlängerung der kostenlosen Zuteilung von Emissionszertifikaten auf dem Niveau von 2025.

Neben der Aussetzung der IED-Umsetzung setzen sich die Länder für vereinfachte Planungs- und Genehmigungsverfahren ein. Sie versicherten, weiter an Lösungen zu arbeiten, betonten jedoch, dass wettbewerbsfähige Energiepreise für das Überleben der Industrie entscheidend seien.

Im Mittelpunkt der Forderungen stehen Soforthilfen und regulatorische Anpassungen, um Arbeitsplätze und Produktion zu sichern. Ohne diese Schritte könnte der weitere Niedergang der Chemieindustrie auch wichtige Wirtschaftsstandorte treffen. Die Bundesregierung hat auf die Vorschläge bisher noch nicht reagiert.

Quelle