06 March 2026, 03:09

Sechs Jahre nach Hanau: Familie Kurtović klagt gegen Ermittler – und fordert Gerechtigkeit

Plakat für einen Wohltätigkeitsbasar zugunsten der Witwen und Waisen deutscher, australischer, ungarischer und alliierter Soldaten mit Text zur Ereignisinformation.

Erinnerung an die Opfer von Hanau - Wulff fordert Vielfalt - Sechs Jahre nach Hanau: Familie Kurtović klagt gegen Ermittler – und fordert Gerechtigkeit

Sechs Jahre nach dem tödlichen rassistischen Anschlag in Hanau versammelten sich Angehörige und Freunde, um an Hamza Kurtović, eines der neun Opfer, zu gedenken. Die Gedenkveranstaltung fand statt, während seine Eltern, Armin und Dijana Kurtović, rechtliche Schritte gegen die Ermittlungsbehörden einleiteten – wegen angeblicher Versäumnisse bei der Aufklärung der Umstände seines Todes.

Bei der Zeremonie forderte der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff nachdrücklich mehr Engagement zum Schutz von Vielfalt und gegen Diskriminierung in der Gesellschaft.

Am 19. Februar 2020 hatte ein 43-jähriger Attentäter, Tobias R., in Hanau bei einem rassistisch motivierten Anschlag neun Menschen getötet. Bevor er sich selbst das Leben nahm, tötete er auch seine Mutter. Zu den Opfern gehörte Hamza Kurtović, dessen Familie seitdem die Ermittlungsführung kritisiert – insbesondere die fehlende Aufarbeitung der Verantwortung für einen verschlossenen Notausgang am zweiten Tatort.

Die Familie Kurtović reichte eine Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht ein mit der Begründung, die Ermittler hätten die Umstände des Anschlags nicht ausreichend untersucht. Der juristische Schritt folgt auf jahrelange öffentliche Kritik an der Bearbeitung der Morde und ihrer Folgen durch die Behörden.

Der Anschlag von Hanau löste bundesweit Debatten über Rassismus und Rechtsextremismus aus. Als Reaktion führte Deutschland 2021 eine bundesweite Antirassismus-Strategie ein, stockte die Mittel für Opferhilfe auf und weitete die Überwachung extremistischer Gruppen aus. Aktuelle Enthüllungen wie die 2024 bekannt gewordenen "Remigrations"-Pläne trieben die Forderungen nach schärferen Hassrede-Gesetzen und Polizeireformen weiter voran – Änderungen sind bis Anfang 2026 zu erwarten.

Bei der Gedenkfeier verurteilte Wulff die in Deutschland verbreitete Tendenz, Diskriminierung zu ignorieren. Er forderte eine entschlossenere Haltung bei der Verteidigung von Toleranz und Vielfalt und unterstützte damit die Rufe nach strukturellen Reformen, um künftige Gewalt zu verhindern.

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Der Rechtsstreit der Familie Kurtović unterstreicht die anhaltenden Bedenken gegenüber den Ermittlungen zum Hanau-Anschlag. Gleichzeitig prägen die Forderungen nach härteren Maßnahmen gegen Rassismus und Extremismus weiterhin die politische und rechtliche Landschaft Deutschlands. Der Druck für Reformen bleibt untrennbar mit dem Gedenken an die Opfer der Tragödie von 2020 verbunden.

Quelle