18 March 2026, 04:28

Schweitzer fordert Merz zum Handeln in der Chemiekrise auf

Eine Liniengrafik mit der Überschrift "Treibstoffpreise in den Vereinigten Staaten" auf einem weißen Hintergrund, die zwei Linien zeigt: eine stetig ansteigende blaue Linie, die den Rückgang der Treibstoffpreise über die Zeit darstellt, und eine grüne Linie, die etwas darüber liegt und den Anstieg der Preise darstellt.

Schweitzer fordert mehr Engagement von Merz für chemischen Dialog - Schweitzer fordert Merz zum Handeln in der Chemiekrise auf

Rheinland-Pfalz' Ministerpräsident Alexander Schweitzer hat Bundeskanzler Friedrich Merz zu entschlossenerem Handeln im Kampf gegen die Krise der deutschen Chemieindustrie aufgefordert. In einem scharf formulierten Schreiben kritisierte Schweitzer Verzögerungen bei zentralen politischen Maßnahmen und warnte, dass Untätigkeit Unternehmen und Beschäftigte im gesamten Sektor schädige.

Der Appell erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Branchenvertreter unter massivem Druck durch hohe Energiekosten, gestörte Lieferketten und steigende Rohstoffpreise leiden – Probleme, die sich seit dem Ukraine-Krieg 2022 weiter verschärft haben.

Schweitzers Frustration richtet sich vor allem gegen die zögerliche Reaktion der Bundesregierung auf drängende Herausforderungen. Er prangerte die seit Langem anhaltenden Verzögerungen bei der Reform der Industrie-Strompreise an, obwohl es innerhalb der Koalition bereits Einigkeit gebe. Zudem nahm der Ministerpräsident Wirtschaftsministerin Katherina Reiche ins Visier und warf ihr vor, nicht schnell genug gegen die explodierenden Spritpreise vorzugehen. Schweitzer zufolge hätten Pendler und kleine Betriebe für dieses Zögern "einen unverschämten hohen Preis" gezahlt.

Die Probleme der Chemieindustrie sind tiefgreifend: Seit 2022 haben stark gestiegene Gaspreise – bei Unternehmen wie SKW Stickstoffwerke um bis zu 50 Prozent – zu Werksschließungen und Stellenabbau geführt, darunter 600 Entlassungen bei DOMO Chemicals. Großkonzerne wie BASF, Covestro und Evonik warnen vor Stagnation, da die Energiekosten in Deutschland mittlerweile höher sind als in anderen EU-Ländern. Diese Schieflage treibt einige Unternehmen dazu, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern, wo Gas günstiger ist.

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Lieferkettenstörungen durch den Iran-Konflikt und stark steigende Rohstoffkosten verschärfen die Lage zusätzlich, insbesondere bei Baustoffen. In seinem Schreiben betont Schweitzer, dass die Bundesinitiative Chemie-Dialog – ein Vorhaben, das Deutschland zum führenden europäischen Standort für Chemie, Pharmazie und Biotechnologie machen soll – kaum Fortschritte zeigt. Ohne rasche Maßnahmen, so seine Argumentation, werde die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors weiter erodieren.

Schweitzers Forderungen erhöhen den Druck auf Kanzler Merz, die Unterstützung für die Chemieindustrie zu beschleunigen. Das Schreiben unterstreicht die Notwendigkeit konkreter Schritte bei der Energiepreispolitik, der Stabilisierung der Lieferketten und der Innovationsförderung. Ohne gezieltes Eingreifen, warnen Analysten, könnten in den kommenden Monaten weitere Arbeitsplatzverluste und Produktionskürzungen folgen.

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