Salzgitter testet nächtliches Lkw-Parkverbot gegen Lärm und Chaos auf der Friedrich-Ebert-Straße
Lidia HartungSalzgitter testet nächtliches Lkw-Parkverbot gegen Lärm und Chaos auf der Friedrich-Ebert-Straße
Der Stadtrat von Salzgitter hat ein sechsmonatiges Pilotprojekt genehmigt, um die seit Langem bestehenden Probleme durch Schwerlastverkehr auf der Friedrich-Ebert-Straße anzugehen. Die neuen Regelungen sehen ein Parkverbot für Lkw über 7,5 Tonnen am südlichen Ende der Straße während der Nachtstunden und an Wochenenden vor. Anwohner und Besucher klagen seit Jahren über Lärm, Vermüllung und blockierte Straßen in der Nähe des Geländes des SV Union Salzgitter.
Das Verbot gilt von 22 bis 6 Uhr sowie ganztägig an Sonn- und Feiertagen. Die Verwaltung wird die Einhaltung überwachen, Verstöße ahnden und nach sechs Monaten die Auswirkungen bewerten. Dennoch bleiben Bedenken hinsichtlich der Durchsetzung und unklarer Abgrenzungen.
Stadtrat Phillip Stolze (CDU) kritisierte die vage Definition des "südlichen Endes" der Straße. Er warnte, dass unpräzise Regelungen das Problem lediglich verlagern, statt es zu lösen. Ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen–Die PARTEI, das Verbot auf Fahrzeuge über 2,8 Tonnen auszuweiten und die Zone klarer abzugrenzen, wurde abgelehnt, da dies auch Anwohnerfahrzeuge betroffen hätte. Der Rat hatte zuvor ein generelles Durchfahrtsverbot für Lkw über 7,5 Tonnen erwogen, diesen Plan aber wegen rechtlicher Hürden verworfen. Ausnahmen für lokale Unternehmen und Anwohner hätten die Kontrolle zudem erschwert.
Unterdessen wurden die bereits mehrfach verschobenen Bauarbeiten an der Friedrich-Ebert-Straße, ursprünglich für 2021/2022 geplant, nun auf 2027 verlegt. Anwohner und Fußballfans leiden seit Jahren unter parkenden und fahrenden Lkw, die Lärm, Müll, Parkplatzmangel und Schäden an der Fahrbahnoberfläche verursachen – besonders in der Nähe der Sportanlagen des Vereins.
Das sechsmonatige Pilotprojekt soll die Belastungen auf der Friedrich-Ebert-Straße verringern und dabei die Interessen von Anwohnern und Gewerbetreibenden in Einklang bringen. Bei Erfolg könnten die Maßnahmen dauerhaft eingeführt werden, auch wenn die dringend benötigten Straßenbauarbeiten noch Jahre auf sich warten lassen. Der Rat wird die Ergebnisse auswerten, bevor über weitere Schritte entschieden wird.
