Sabotage in Deutschland: BKA registriert dramatischen Anstieg gezielter Angriffe auf Infrastruktur
Mia StollSabotage in Deutschland: BKA registriert dramatischen Anstieg gezielter Angriffe auf Infrastruktur
Sabotageakte in Deutschland haben in den letzten drei Jahren stark zugenommen. Im Jahr 2025 registrierte das Bundeskriminalamt (BKA) 93 vorsätzliche Taten – ein Anstieg gegenüber 78 Fällen im Jahr 2023 und 58 im Jahr 2024. Der Trend unterstreicht wachsende Sorgen über gezielte Angriffe auf kritische Infrastruktur.
Am 12. Januar 2025 entgleiste ein Güterzug zwischen Essen und Oberhausen, nachdem eine Metallklemme auf den Schienen platziert worden war. Der Zeitpunkt weckte Verdacht, da kurz darauf ein Konvoi der US-Streitkräfte die Strecke passieren sollte. Die Ermittler stuften den Vorfall als vorsätzliche Sabotage ein.
Der BKA-Bericht 2025 zeigt eine Verschiebung in der Art dieser Straftaten. Die größte Kategorie wurde mit „sonstige Zuordnung“ ausgewiesen (37 Fälle), gefolgt von religiös motivierten (16), ausländischen (12), mutmaßlich linksextremistischen (18) und rechtsextremistischen (10) Delikten. Während linksextremistische Beteiligungen seit 2023 zurückgingen, dominiert nun die Kategorie „sonstige Zuordnung“ die Statistik.
Die Behörden verzeichneten zudem 12 Straftaten unter der neuen Rechtskategorie „Agententätigkeit zu Sabotagezwecken“ – ein Tatbestand, der zuvor nicht erfasst wurde. Im Herbst 2025 verübten zwei Ukrainer im Auftrag Russlands Sprengstoffanschläge auf eine Bahnstrecke zwischen Warschau und Lublin. Deutsche Ermittler nahmen später drei Männer fest, die der Planung von Brand- und Bombenanschlägen auf Güterverkehr beschuldigt werden. Die Taten sollen Teil der russischen Hybridkriegsführung sein.
Seit mindestens 2022 ist das deutsche Verkehrsnetz wiederholt Ziel von Sabotageakten geworden, die Schienen-, Luft- und Schiffsverkehr betreffen. Die Ermittler prüfen sowohl staatlich gelenkte als auch extremistische Motive, doch viele Fälle bleiben ungeklärt.
Der Anstieg der Sabotagefälle spiegelt ein breiteres Muster gezielter Störungen wider. Die deutschen Behörden haben die rechtlichen Kategorien ausgeweitet, um solche Vorfälle präziser zu erfassen. Im Fokus bleibt die Identifizierung der Verantwortlichen und die Verhinderung weiterer Schäden an der Infrastruktur.






