RWE und Kyon Energy bauen riesige Batteriespeicher in Niedersachsen auf
Mia StollRWE und Kyon Energy bauen riesige Batteriespeicher in Niedersachsen auf
In Niedersachsen gehen zwei große Batteriespeicherprojekte voran, während Deutschland seine Energiespeicherkapazitäten ausbaut. RWE plant in Lingen ein System mit 400 Megawatt (MW) Leistung, während Kyon Energy in Alfeld gerade eine Anlage mit 137,5 MW fertiggestellt hat. Beide Vorhaben sollen die Netzstabilität verbessern, da der Anteil erneuerbarer Energien steigt.
Der nun betriebsbereite Batteriespeicher von Kyon Energy in Alfeld ist an das 110-Kilovolt-Netz von Avacon angeschlossen und verfügt über eine Leistung von 137,5 MW sowie eine Kapazität von 282 Megawattstunden (MWh). Die Anlage ist darauf ausgelegt, am Strommarkt zu handeln und ohne Subventionen Flexibilität für das Netz bereitzustellen. Dank ihrer schnellen Reaktionsfähigkeit wird sie dazu beitragen, Angebot und Nachfrage auszugleichen – besonders wichtig angesichts des wachsenden Anteils von Wind- und Solarenergie im System.
Noch größer wird das von RWE am 29. Januar 2026 angekündigte Projekt in Lingen. Der Bau beginnt Anfang 2026, und der 400-MW-Speicher soll 2028 in Betrieb gehen. Die Anlage wird eine Mindestentladedauer von zwei Stunden aufweisen und damit eine Energiekapazität von rund 800 MWh erreichen.
Der Lingen-Speicher wird an das Übertragungsnetz von Amprion angebunden und unter anderem Ausgleichsenergie, Reservekapazitäten sowie kurzfristige Flexibilität liefern, um die Netzstabilität zu sichern. Ähnlich wie das Alfeld-Projekt wird er kommerziell betrieben und schnell auf Marktsignale reagieren.
Beide Speichersysteme spielen eine zentrale Rolle bei der Bewältigung des Wandels in der deutschen Energieversorgung. Während der Alfeld-Speicher bereits aktiv ist, soll RWEs Lingen-Projekt bis 2028 ans Netz gehen. Gemeinsam fügen sie dem deutschen Stromsystem über 500 MW flexible Leistung hinzu.
