18 June 2026, 12:28

"Ringel, Ringel, Reihe": Warum der Kinderreim kein Pest-Lied ist

Die wahre Geschichte hinter dem klassischen Kinder-Märchen 'Ring Around The Rosie'

"Ringel, Ringel, Reihe": Warum der Kinderreim kein Pest-Lied ist

„Ringel, Ringel, Reihe“ – ein Kinderreim mit rätselhafter Herkunft

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Kinderreim „Ringel, Ringel, Reihe“ (im Englischen „Ring Around the Rosie“) gibt seit langem Rätsel über seine Ursprünge auf. Manche vermuten einen Bezug zur „Großen Pest von London“ im 17. Jahrhundert – doch für diese Theorie fehlen stichhaltige Belege. Erstmals schriftlich belegt ist der Reim erst 1881, also Jahrhunderte nach der Pestzeit.

Wahrscheinlicher ist, dass er als sangliches Kinderspiel im Deutschland des 18. Jahrhunderts entstand. Später verbreitete er sich im 19. Jahrhundert auf sogenannten „Play Parties“ – geselligen Treffen, bei denen Jugendliche ohne Instrumente tanzten und sangen. Solche Zusammenkünfte trugen dazu bei, dass sich der Reim als einfache, fröhliche Beschäftigung durchsetzte.

Erst im Laufe des 20. Jahrhunderts gewann die Idee an Fahrt, der Text stehe in Verbindung mit der „Großen Pest“ oder dem „Schwarzen Tod“. Anhänger dieser Deutung verwiesen auf Zeilen über Rosen, Blumensträuße („posies“), Niesen und Hinfallen – alles vermeintliche Pest-Symbole. Historiker jedoch weisen die Theorie als modernen Mythos zurück: Es gebe keinerlei Hinweise, dass der Reim auf den Ausbruch von 1665 zurückgehe.

Die zahlreichen Varianten des Liedes verstärken die Ungewissheit. Manche sehen darin ein harmloses Spiel, bei dem Kinder im Kreis tanzen und am Ende lachend zu Boden fallen. Andere argumentieren, seine ursprüngliche Bedeutung sei längst verloren – übrig bleibe ein beschwingter Vers für Kinderstimmen.

Die naheliegendste Erklärung bleibt, dass der Reim schlicht als Kinderspiel entstand. Ein Bezug zur Pest lässt sich historisch nicht belegen. Ohne klare Spuren seiner Entstehung lebt er weiter – nicht als historisches Dokument, sondern als Teil des kulturellen Erbes.

Quelle