Ricarda Langs bissige Karnevalsscherze bringen CSU-Politiker in Erklärungsnot
Ekkehard ScheelRicarda Lang macht Witz über Söder: "Nürnberger Würstchen" - Ricarda Langs bissige Karnevalsscherze bringen CSU-Politiker in Erklärungsnot
Ein harmloser Karnevalsumzug in Aachen entwickelte sich zu einem politischen Gesprächsthema, nachdem die Grünen-Co-Vorsitzende Ricarda Lang mit scharfen Witzen zwei prominente CSU-Politiker auf die Schippe nahm. Bei der Verleihung des "Ordens wider den tierischen Ernst" zog sie über Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (beide CSU) in spielerisch-bissiger Manier her. Die Äußerungen fielen nur wenige Wochen, nachdem Söder selbst für einen umstrittenen Spruch über Bär in der Kritik gestanden hatte.
Der Vorfall nahm seinen Anfang auf einem CSU-Parteitag, wo Söder eine Bemerkung über Bär gemacht hatte, die viele als herablassend empfanden. Zwar entschuldigte er sich später, doch der Vorfall blieb in der politischen Diskussion präsent.
Bei der Aachener Karnevalsveranstaltung trat Lang im Rahmen der satirischen Auszeichnung "Orden gegen tödlichen Ernst" auf. Söder bezeichnete sie als ein "Nürnberger Würstchen mit Tütenschein" und einen "fränkischen Fleisch-Sommelier" mit "Napoleon-Komplex". Auch Bär, die in diesem Jahr als "Ritterin des Ordens" geehrt wurde, blieb von Langs Spott nicht verschont.
Nach der Veranstaltung relativierte Bär die Aufregung. Sie bestätigte, Söder habe sich für seine frühere Äußerung entschuldigt, und rief dazu auf, die Angelegenheit ruhen zu lassen. Eine öffentliche Reaktion Söders auf Langs Witze ist bisher nicht bekannt geworden.
Der Schlagabtausch zeigt, wie sich bei Karnevalsveranstaltungen Satire und Politik vermischen. Zwar sorgte Langs Auftritt für Aufmerksamkeit, doch Bärs Appell, die Sache auf sich beruhen zu lassen, deutet darauf hin, dass der Vorfall kaum nachhaltige Folgen haben wird. Die Episode bleibt eine Fußnote im anhaltenden Spannungsverhältnis zwischen Grünen und CSU.
