Rechtsextreme Gruppe Zentrum zieht erstmals in VW-Betriebsrat Braunschweig ein
H.-Dieter HuhnArbeitskreis betritt erstmals einen VW-Betriebsrat - Rechtsextreme Gruppe Zentrum zieht erstmals in VW-Betriebsrat Braunschweig ein
Leichter, aber bemerkenswerter Wandel bei VW-Betriebsratswahlen in Braunschweig
Bei den Betriebsratswahlen am Volkswagen-Standort Braunschweig hat sich eine kleine, aber beachtliche Verschiebung ergeben: Zum ersten Mal sicherte sich die Mitarbeitergruppe Zentrum zwei Sitze im 35-köpfigen Gremium. Die Organisation, die oft mit rechtsextremen Positionen in Verbindung gebracht wird, trat mit einer eigenen Kandidatenliste an.
Das Ergebnis markiert eine neue Entwicklung in der Arbeitnehmervertretung des Werks, auch wenn die Mehrheit der Belegschaft weiterhin traditionelle Gewerkschaften unterstützt.
Zentrum, 2009 als Zentrum Automobil im Mercedes-Benz-Werk Stuttgart-Untertürkheim gegründet, hat seine Präsenz schrittweise ausgebaut. Bei Mercedes hält die Gruppe mittlerweile neun Sitze, nachdem sie 21 Prozent der Stimmen erhielt. In Braunschweig fiel die Unterstützung jedoch deutlich geringer aus: Mit nur 6,49 Prozent der Stimmen – ausreichend für zwei Sitze, aber zu wenig für weitere Mandate, selbst mit zusätzlichen Kandidaten.
Die etablierten Gewerkschaften behielten ihre dominierende Position. Die IG Metall, mit Abstand die größte Kraft, erzielte 78,5 Prozent der Stimmen und sicherte sich damit 28 Sitze. Die Christliche Gewerkschaft Metall (CGM) folgte mit 15 Prozent und fünf Sitzen. Daniela Nowak, Spitzenkandidatin der IG Metall in Braunschweig, bewertete das Ergebnis trotz der Herausforderungen als positiv. Sie betonte, dass die Mehrheit der Beschäftigten weiterhin auf bewährte Solidarität und Tarifverhandlungen setze.
Der – wenn auch begrenzte – Erfolg von Zentrum in Braunschweig spiegelt die wachsende Aktivität der Gruppe in Süd- und Ostdeutschland wider. Beide Kandidaten der Organisation wurden gewählt, was ihr erstmals einen Fuß in der Arbeitnehmervertretung von Volkswagen verschafft.
Die Wahlergebnisse bestätigen die starke Position der IG Metall im VW-Werk Braunschweig. Die beiden Sitze von Zentrum stellen zwar nur eine geringe, aber symbolträchtige Veränderung in der Zusammensetzung des Betriebsrats dar. Ob die Gruppe künftig an Einfluss gewinnen wird, hängt davon ab, ob es ihr gelingt, ihre Unterstützung über ihre aktuelle Anhängerschaft hinaus auszubauen.