17 June 2026, 16:37

Rébecca Chaillons provokante Performance feiert Premiere in Wien

Wiener Festwochen: Überleben unter den Fettbergen

Rébecca Chaillons provokante Performance feiert Premiere in Wien

Rébecca Chaillon, eine prägende Stimme in der französischen Kulturszene, hat ihre neueste Performance Die Parabel der Säure präsentiert. Das Stück feierte seine Premiere bei den Wiener Festwochen im Odeon und befasst sich mit dem Leben und der Diskriminierung von Menschen, die sich als fett identifizieren. Der Titel deutet sowohl auf eine moralische Erzählung als auch auf eine scharfe, ätzende Gesellschaftskritik hin.

Die Aufführung beginnt ungewöhnlich: Ein Schauspieler verteilt Butter an das Publikum, das eingeladen wird, sie zu kosten und an einer Verlosung teilzunehmen – ein unerwarteter Auftakt für die fast dreistündige Produktion. Sieben Darsteller:innen, die sich alle als fett identifizieren, tragen das Stück, das unkonventionelle, berührende und mitunter zähe Momente verbindet. Manche Zuschauer:innen werden an ihre emotionalen Grenzen gebracht.

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Die Parabel der Säure bezieht sich auf Octavia Butlers Roman Parabel der Säerin und erkundet die Idee der „Magie des Glaubens“ im Alltag. Die Schauspieler:innen setzen sich mit ihren vermeintlichen Verfehlungen auseinander, entschuldigen sich für ihre Körper und gestehen persönliche Kämpfe mit Essen und Selbstwahrnehmung. Eine besonders eindringliche Szene zeigt Performende, die sich gegenseitig mit Gelee beschmieren und in einer grotesken, absurden Darstellung über den Boden rollen.

Chaillons Werk stellt mit mutigem, provokantem Storytelling Vorstellungen von Körper und Identität infrage. Die Performance hinterlässt einen bleibenden Eindruck und zwingt das Publikum, sich mit unangenehmen Wahrheiten zu konfrontieren. Die Mischung aus Humor, Schmerz und Absurdität macht sie zu einem herausragenden Stück des zeitgenössischen Theaters.

Quelle