RAW-Gelände in Berlin: Räumungsdrohung gegen Cassiopeia und Co. eskaliert
H.-Dieter HuhnRAW-Gelände in Berlin: Räumungsdrohung gegen Cassiopeia und Co. eskaliert
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines bedeutenden kulturellen Zentrums, steht auf dem Spiel. Der Club Cassiopeia und andere Mieter drohen bereits ab nächster Woche die Räumung – mitten in einem anhaltenden Streit zwischen der Kurth-Gruppe und der Stadt. Die Proteste haben bereits begonnen: Dutzende versammelten sich unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“.
Das RAW-Gelände diente einst der Wartung von Reichsbahn-Zügen. Nach dem Fall der Berliner Mauer wurde es verlassen und später zu einem lebendigen Kulturort umgestaltet. Heute beherbergt es Konzertlocations, einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle und Märkte.
Im Mittelpunkt des Konflikts stehen Pläne für Wohnungsneubauten. Die Kurth-Gruppe, Eigentümerin des Geländes, wirft Berlin vor, frühere Vereinbarungen gebrochen zu haben, und drängt nun auf eine schnellere Baugenehmigung für weitere Wohnungen. Die Mieter wie der Club Cassiopeia hingegen betonen, dass die historischen Hallen mit ihren kulturellen Einrichtungen erhalten bleiben müssen.
Als Reaktion startete Benjamin Kiepurning vom Club Cassiopeia eine Petition, in der die Kurth-Gruppe aufgefordert wird, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Unterschriften sollen noch an diesem Freitag dem Senat überreicht werden, um den Druck zu erhöhen. Senat und Bezirk erklärten, weitere Gespräche seien nötig, um den einzigartigen Charakter des Geländes zu bewahren.
Mit Live-Musik und Reden zogen Demonstranten zum Kurfürstendamm, um zu fordern, dass die Kulturstätten offen bleiben und die Kurth-Gruppe ihre Pläne überdenkt. Die Petition wird bis Ende der Woche dem Senat vorgelegt. Für den Club Cassiopeia und andere Mieter könnte die Räumung jedoch kurz bevorstehen. Das Ergebnis der Verhandlungen wird entscheiden, ob das RAW-Gelände seine kulturelle Bedeutung behält – oder einer umfassenden Umgestaltung weichen muss.
