PTA Substitute: Mileage Proof via Trip Meter
Apothekenvertretung: Kilometer-Nachweis per Messrad
PTA-Vertretung: Frieda Koorts scheitert nicht an fehlender Qualifikation, sondern an sechs fehlenden Kilometern zur nächsten Apotheke
19. Dezember 2025, 23:54 Uhr
Schlagwörter: Wissenschaft, Gesundheit & Wohlbefinden, Finanzen, Wirtschaft
In ganz Deutschland haben Apotheken kürzlich aus Protest gegen neue Regelungen das Licht ausgeschaltet. Im Mittelpunkt steht das Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG), das einschränkt, wo Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) und andere Fachkräfte Apotheker vertreten dürfen. Eine Betroffene ist Frieda Koorts – sie erfüllt zwar alle Voraussetzungen, darf aber trotzdem nicht als Vertretung arbeiten.
Frieda Koorts, Apothekerin mit über 20 Jahren Berufserfahrung, wollte in einer ländlichen Region einspringen. Doch das ApoVWG erlaubt dies nur, wenn die nächste Apotheke mindestens sechs Kilometer entfernt liegt. Um die Distanz zu überprüfen, maß sie gemeinsam mit ihrem Arbeitgeber, Hauke Groothusen-Sievers, die Strecke selbst – mit einem Messrad. Der genaue Ort bleibt unbekannt, doch das Ergebnis war eindeutig: Die Entfernung lag unter dem geforderten Mindestmaß.
Das kürzlich vom Kabinett verabschiedete ApoVWG sieht vor, dass pharmazeutisches Fachpersonal in unterversorgten Gebieten vorübergehend Apotheker vertreten darf. Doch die starre Sechs-Kilometer-Regel stößt auf Kritik. Gleichzeitig verschärft die Drogeriekette dm-drogerie markt den Druck auf traditionelle Apotheken, indem sie rezeptfreie Medikamente aus Tschechien für Online-Bestellungen versendet. Koorts erfüllt zwar alle sonstigen Bedingungen des Gesetzes, doch an der Distanzregel scheitert sie. Der Protest der Apotheken, bei dem Schaufenster verdunkelt wurden, zeigt die weitverbreitete Unzufriedenheit mit dem neuen Gesetz.
Die Sechs-Kilometer-Regel des ApoVWG verhindert weiterhin, dass qualifizierte Fachkräfte wie Koorts als Vertretung arbeiten dürfen. Während Apotheken protestieren und Händler Medikamente aus dem Ausland beziehen, bleibt die Debatte über die medizinische Versorgung im ländlichen Raum ungelöst. Der Modellversuch der Regierung sieht sich zunehmendem Widerstand der Betroffenen gegenüber.
