Prozess um unerwünschten Kuss: Polizistin klagt nach Schützenfest-Vorfall
Lidia HartungSchützen küssen Polizistin - Prozess wegen Belästigung - Prozess um unerwünschten Kuss: Polizistin klagt nach Schützenfest-Vorfall
Zwei Männer müssen sich ab dem 29. Januar vor dem Landgericht Hannover wegen des Vorwurfs verantworten, eine Polizistin ohne ihre Zustimmung geküsst zu haben. Der Vorfall ereignete sich während des traditionellen Schützenausmarschs, der jährlichen Schützenparade der Stadt, im vergangenen Jahr. Beide Angeklagten hatten zuvor Strafbefehle angefochten, wodurch eine Hauptverhandlung notwendig wurde.
Im Mittelpunkt des Verfahrens steht eine Auseinandersetzung während des Volksfests. Laut Gerichtsakten näherten sich die beiden Männer – 34 und 44 Jahre alt – der Beamtin, packten sie am Oberarm und küssten sie beidseitig auf die Wangen in Mundwinkelnähe. Die Polizistin gab später an, sich durch die unerwünschte Berührung 'emotional überfordert' gefühlt zu haben.
Im Prozess sollen 14 Zeugen aussagen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern sexuelle Belästigung nach deutschem Recht vor. Ihre Verteidiger hatten zuvor die Strafbefehle beanstandet, was zur anberaumten Verhandlung führte.
Das Urteil wird klären, ob das Verhalten der Angeklagten als sexuelle Belästigung zu werten ist. Bei einer Verurteilung drohen ihnen Geldstrafen oder weitere rechtliche Konsequenzen. Der Fall wirft Fragen zu den Grenzen körperlicher Nähe bei öffentlichen Feierlichkeiten auf.
