Proteste gegen Till Lindemanns Auftritt beim Leipziger Opernball
Till Lindemann, der 62-jährige Frontmann der Band Rammstein, besuchte am Samstag als Ehrengast den Leipziger Opernball. Seine Einladung löste Proteste feministischer und gewaltkritischer Gruppen aus, die sich vor dem Veranstaltungsort versammelten. Kritiker verwiesen auf frühere Vorwürfe sexualisierter Gewalt gegen den Musiker, die vor zwei Jahren erhoben worden waren.
Die Kontroverse begann, als der Unternehmer und Ball-Sponsor Torsten Fenger Lindemanns Aufnahme unter die rund 40 prominenten Gäste beantragte. Daraufhin sprachen sich Organisationen wie Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch, Omas gegen Rechts, Achtung März – Feministischer Kampftag und Frauenkultur Leipzig öffentlich gegen seine Teilnahme aus. Vor dem Opernhaus hielten Demonstrantinnen Schilder hoch, bliesen Trillerpfeifen und skandierten Parolen.
Veranstalterin Vivian Honert-Boddin verteidigte die Entscheidung mit dem Hinweis, der Ball schließe niemanden aus. Trotz der Kritik fand die Gala wie geplant statt; die Einnahmen fließen vollständig in den Fonds Leipzig hilft Kindern.
Im Mittelpunkt des Streits standen die 2022 gegen Lindemann erhobenen Vorwürfe, die durch seine prominente Einladung erneut in den Fokus rückten. Weitere Details zur Gästeliste oder zum Programm des Balls wurden nicht bekannt gegeben – bestätigt wurde lediglich seine Anwesenheit.
Der Leipziger Opernball fand trotz der Proteste mit Lindemann als Gast statt. Die bei der Veranstaltung gesammelten Spenden kommen lokalen Kinderhilfsprojekten zugute. Die Debatte um seine Einladung zeigte einmal mehr die Spannung zwischen künstlerischer Anerkennung und der Aufarbeitung von Vorwürfen.
