Pflicht-Zahlung per Karte: Dehoga gegen Initiative aus Niedersachsen
Mia StollPflicht-Zahlung per Karte: Dehoga gegen Initiative aus Niedersachsen - Pflicht-Zahlung per Karte: Dehoga gegen Initiative aus Niedersachsen
Vorschlag zur Pflicht für digitale Zahlungen in Niedersachsens Gastronomie stößt auf Widerstand
Ein Vorstoß der Landesregierung in Niedersachsen, digitale Zahlungen in Restaurants und Cafés verbindlich vorzuschreiben, trifft auf scharfe Kritik. Ingrid Hartges, Geschäftsführerin des Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband), argumentiert, eine solche Regelung würde kleine Betriebe unzumutbar belasten. Besonders problematisch seien die hohen Transaktionsgebühren bei günstigen Produkten wie Kaffee oder Eiscreme.
Die niedersächsische Regierung hatte kürzlich erwogen, alle Gastronomiebetriebe zur Annahme von Kartenzahlungen zu verpflichten. Hartges entgegnete jedoch, dass bereits fast 90 Prozent der Betriebe diese Option anböten – gestützt auf eine Umfrage von Mastercard. Sie betonte, dass Gebühren bei Kleinstbeträgen, etwa für ein Bier oder eine Kugel Eis, die ohnehin schmalen Gewinnspannen weiter schmälern würden.
In einem anderen Punkt begrüßte Hartges hingegen das geplante „Aktivrente“-Modell* der Landesregierung. Ab 2026 soll es Rentnern ermöglichen, über die Minijob-Grenze hinaus zu arbeiten, ohne steuerliche Vorteile zu verlieren. Ihrer Meinung nach sollten ältere Arbeitnehmer flexibler einsetzbar sein, ohne finanzielle Nachteile befürchten zu müssen.
Die Debatte um die Pflicht zu digitalen Zahlungen hält derweil an, wobei der Dehoga vor zusätzlichen Kosten für kleine Betriebe warnt. Gleichzeitig zielt das Rentensystem darauf ab, erfahrene Fachkräfte länger im Berufsleben zu halten. Beide Themen spiegeln die größere Diskussion wider, wie sich betriebliche Interessen mit sich wandelnden Zahlungs- und Arbeitsmarktpolitiken in Einklang bringen lassen.
