Osnabrücks Steckenpferdreiten: Ein Fest für Frieden und Kindertradition
Mia StollOsnabrücks Steckenpferdreiten: Ein Fest für Frieden und Kindertradition
Jedes Jahr feiert Osnabrück den Friedenstag mit einer ganz besonderen Tradition: Kinder reiten auf Steckenpferden durch die Stadt. Das Fest erinnert an die Verkündung des Westfälischen Friedens im Jahr 1648 und hat sich zu einem beliebten kinderserien entwickelt. In diesem Jahr startet der Umzug am Donnerstag, dem 9. Oktober, um 17:30 Uhr – angeführt von Bürgermeisterin Katharina Pötter und singenden Schulkindern.
Die Wurzeln des Osnabrücker Steckenpferdreitens reichen weit zurück. Die Tradition begann 1650 in Osnabrück, wo Jungen auf hölzernen Pferden durch die Straßen ritten, um um ein "Friedensdenkmal" zu bitten. Die lokale Variante jedoch geht auf die Geschichte der Schwestern von Dincklage aus dem Jahr 1875 zurück. Ludwig Bätje belebte den Brauch 1948 wieder, und 1953 wurde er offiziell in die Friedensfeierlichkeiten Osnabrücks aufgenommen.
Heute nehmen Viertklässler mit selbstgebastelten Steckenpferden am Umzug teil. Der Zug startet in der Innenstadt und endet vor den Stufen des Rathauses. Dort verteilt die Bürgermeisterin Brezeln an die Kinder, bevor auf dem Marktplatz ein buntes Programm folgt. Im Laufe der Jahre gab es zum Finale unter anderem Feuerjonglage, Theateraufführungen und in diesem Jahr eine besondere Lichtinstallation. Aus dem kleinen Brauch ist längst ein großes Osnabrücker Fest geworden, das Kindern auf spielerische Weise Frieden und Toleranz vermittelt. Seit 2021 gibt es zwar keinen offiziellen Veranstalter mehr, doch die Tradition bleibt ein Höhepunkt im Osnabrücker Kalender. Weitere Infos und Fotos vergangener Feste finden sich unter www.osnabrueck.de/steckenpferdreiten.
Das jährliche Steckenpferdreiten hält die Geschichte lebendig und begeistert gleichzeitig die jungen Teilnehmer. Mit Brezeln, Erinnerungen und einer einfachen Botschaft für den Frieden verlassen die Kinder das Fest. Die Mischung aus Tradition und Kreativität macht es zu einem kostbaren Teil der Osnabrücker Kultur.
