Osnabrücks Natruper Holz wird zum klimaresistenten Mischwald umgestaltet
H.-Dieter HuhnOsnabrücks Natruper Holz wird zum klimaresistenten Mischwald umgestaltet
Im Osnabrücker Natruper Holz entsteht ein klimaresistentes Ökosystem
Der Osnabrücker Stadtwald Natruper Holz durchläuft derzeit tiefgreifende Veränderungen, um ein klimastabiles Ökosystem aufzubauen. In den vergangenen 20 Jahren hat sich das Gebiet von einem nadelholzgeprägten Forst zu einem ausgewogeneren Mischwald entwickelt. Nun sollen nicht heimische Baumarten weiter reduziert und heimische Laubbäume wie Eiche und Buche gefördert werden.
Das 220 Hektar große Waldgebiet – etwa so groß wie 314 Fußballfelder – spielt eine zentrale Rolle für den Artenschutz, die Holzproduktion und die Kohlenstoffspeicherung. Mit neuen Bewirtschaftungsplänen werden im kommenden Frühjahr gezielte Maßnahmen die Wasserspeicherung verbessern und die biologische Vielfalt stärken.
Noch vor 20 Jahren dominierten Nadelhölzer das Natruper Holz: Rund 80 Prozent der Bäume waren Fichten und Douglasien. Seit 2010 haben Stadt und lokale Naturschutzverbände über 10.000 nicht heimische Nadelbäume entfernt. An ihrer Stelle wurden seit 2015 rund 5.000 heimische Laubbäume gepflanzt, darunter Stieleichen, Sandbirken und Vogelkirschen. Schutzumzäunungen verhindern zudem Wildverbiss durch weidende Tiere.
Die aktuelle Strategie zielt auf einen klimatoleranten Laubmischwald ab. Buchen, obwohl heimisch, breiten sich in manchen Bereichen zu stark aus und verdrängen Eichen – die insektenreichste heimische Baumart. Um das Wachstum auszubalancieren, werden im Frühjahr Bäume mit verschiedenen Farben markiert: Zukunftsbäume, die erhalten bleiben, zu entnehmende Exemplare und Habitatbäume, die als Lebensraum für Tiere dienen. Totholz bleibt erhalten, um die Artenvielfalt zu fördern.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Wassermanagement. Neue Senken, Gräben und kontrollierte Überflutungszonen sollen Feuchtigkeit in Trockenphasen speichern. Jeder Waldabschnitt erhält eine maßgeschneiderte Pflege, darunter gezielte Durchforstungen, um standortgerechte Arten zu begünstigen. Nicht heimische Bäume wie Roteichen und Fichten werden schrittweise durch breitkronige heimische Arten mit gestuften Altersstrukturen ersetzt, um die natürliche Verjüngung zu unterstützen.
Die anhaltende Umgestaltung des Natruper Holzes spiegelt einen größeren Wandel hin zu einer nachhaltigen Forstwirtschaft in Osnabrück wider. Bis 2026 hat sich der Laubbaumanteil bereits auf 40 Prozent verdoppelt, was die Abhängigkeit von Monokulturen verringert. Die jüngsten Maßnahmen – von der Baumkennzeichnung über die Wasserspeicherung bis zur Artenauswahl – stärken die Anpassungsfähigkeit des Waldes an den Klimawandel und sichern gleichzeitig Lebensraum für Tiere und Erholungsraum für Menschen.






