Niedersachsens Wirtschaft 2024: Mehr Unternehmen, aber sinkende Umsätze und Energiewandel
Lidia HartungNiedersachsens Wirtschaft 2024: Mehr Unternehmen, aber sinkende Umsätze und Energiewandel
Niedersachsens Wirtschaft zeigte 2024 gemischte Ergebnisse: leichter Anstieg der Unternehmenszahlen, aber Rückgang beim Umsatz
Die Wirtschaft in Niedersachsen präsentierte sich 2024 mit einer zwiespältigen Bilanz: Zwar stieg die Zahl der Unternehmen leicht um 0,6 % auf 276.260, doch der Gesamtumsatz der umsatzsteuerpflichtigen Betriebe sank um 1,8 % auf rund 746 Milliarden Euro. Hinter diesen Zahlen verbirgt sich ein tiefergreifender Wandel in der Wirtschaftsstruktur der Region.
Hauptverantwortlich für den Umsatzrückgang waren zwei Krisensektoren: das verarbeitende Gewerbe und die Energiewirtschaft. Die Erlöse im Maschinenbau und in der Metallproduktion brachen besonders stark ein, sodass die Branche insgesamt ein Minus von 5,5 % verzeichnete. Gleichzeitig verzeichneten Energieversorger einen Umsatzrückgang von 17 %, was die allgemeinen Trends in der Stromerzeugung widerspiegelt.
Die Brutto-Stromerzeugung in Niedersachsen geht seit 2019 kontinuierlich zurück. Die Produktion sank von 610,3 Terawattstunden (TWh) im Jahr 2019 auf 503,2 TWh in 2024, wobei der stärkste Rückgang zwischen 2022 und 2024 zu verzeichnen war. Dennoch dominieren mittlerweile erneuerbare Energien den Strommix: Ihr Anteil stieg von 39,9 % im Jahr 2019 auf 57,3 % in 2024. Die Investitionen in neue Anlagen für Ökostrom erreichten 2024 mit 32 Milliarden Euro einen Höchststand, während fossile Energieträger wie Braunkohle und Steinkohle weiter an Bedeutung verloren.
Trotz dieser Verluste entwickelten sich die dienstleistungsorientierten Branchen positiv. Besonders die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen sowie der Finanz- und Versicherungssektor verzeichneten deutliche Umsatzzuwächse. Doch diese Gewinne konnten die starken Einbrüche in der Industrie und im Handel nicht vollständig ausgleichen.
Die Daten zeigen einen klaren Trend: Niedersachsens Wirtschaft vollzieht allmählich den Wandel von der traditionellen Industrie- und Energieproduktion hin zu einer dienstleistungsbasierten Struktur. Zwar steigen die Investitionen in erneuerbare Energien, doch die Gesamtstromerzeugung geht weiter zurück. Die wirtschaftliche Zukunft der Region wird davon abhängen, inwieweit die wachsenden Sektoren die anhaltenden Verluste in der Industrie und Energiewirtschaft kompensieren können.
