Niedersachsens Krankenhäuser am Limit: Finanznot, Gewalt und Bürokratie überwältigen Kliniken
Lidia HartungNiedersachsens Krankenhäuser am Limit: Finanznot, Gewalt und Bürokratie überwältigen Kliniken
Krankenhäuser in Niedersachsen leiden unter finanziellen Engpässen, steigender Gewalt und übermäßiger Bürokratie
Eine aktuelle Umfrage der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft (NKG) zeigt: Immer mehr Kliniken im Land kämpfen mit verschärften Bedingungen – viele können ihre Kosten nicht mehr allein durch die reguläre Patientenversorgung decken.
Die NKG führte die Erhebung zwischen August und September 2025 durch und erhielt Rückmeldungen von 130 der 161 zugelassenen Häuser in der Region. Die Ergebnisse sind alarmierend: Drei Viertel der Einrichtungen können ihre steigenden Ausgaben nicht mehr mit den üblichen Einnahmequellen ausgleichen. Noch besorgniserregender: Jede dritte Klinik rechnet bis 2026 mit einer weiteren Verschlechterung der finanziellen Lage.
Gleichzeitig nimmt die Gewalt gegen Beschäftigte dramatisch zu: 72 Prozent der Häuser verzeichnen in den vergangenen fünf Jahren mehr verbale oder körperliche Übergriffe. Als Reaktion haben viele Häuser Deeskalationstrainings und präventive Maßnahmen eingeführt. Fast alle Kliniken klagen zudem über eine überbordende Dokumentationspflicht, die nach ihren Angaben die Patientenversorgung beeinträchtigt. Rainer Rempe, Vorsitzender der NKG, fordert die Politik zum Handeln auf. Der Verband warnt: Ohne Unterstützung werden die Häuser weiterhin mit Verlusten, Bürokratie und Sicherheitsrisiken für das Personal zu kämpfen haben.
Die Umfrage zeichnet ein düsteres Bild für das kommende Jahr: Die meisten Häuser in Niedersachsen erwarten für 2025 ein defizitäres oder allenfalls ausgeglichenes Ergebnis. Die NKG drängt auf schnelle Lösungen – während das Personal unter wachsender Gewalt und administrativem Ballast ächzt und ein ohnehin belasteter Sektor weiter an seine Grenzen stößt.
