14 January 2026, 13:00

Niedersachsens Grundschulen streiten über neue Rechenmethode ab 2027

Ein Buchseite mit einer Zeichnung eines Lineals und einem Blatt Papier mit Buchstaben und Zahlen darauf.

So werden Grundschüler in Zukunft teilen - Niedersachsens Grundschulen streiten über neue Rechenmethode ab 2027

Geplante Änderung der Divisionsmethode in Grundschulen löst Debatte in Niedersachsen aus

Ab dem Schuljahr 2027/28 sollen Dritt- und Viertklässler in Niedersachsen vom klassischen schriftlichen Dividieren auf eine halbschriftliche Methode umsteigen. Die geplante Reform sorgt für Diskussionen – besonders vor dem Hintergrund weiterer umstrittener Bildungsreformen im Land.

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Bei der neuen Vorgehensweise werden Zahlen in einfachere Bestandteile zerlegt, um die Rechnung zu vereinfachen. Beide Methoden führen zwar zum gleichen Ergebnis, doch Kritiker hinterfragen den Zeitpunkt und die Auswirkungen der Umstellung.

Die Reform wurde Ende 2024 als Teil umfassender Bildungsänderungen von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Bildungsministerin Christina Raab (Grüne) angekündigt. Ursprünglich wollten sie ab 2025/26 die jahrgangsbezogene Einteilung in Grundschulen abschaffen – ein Vorhaben, das auf massiven Widerstand stieß. Eltern, Lehrerverbände sowie Oppositionsparteien wie CDU und FDP warnten vor einer Überlastung des Personals und einer Vertiefung der Bildungsungleichheit. Eine Petition gegen die Pläne sammelte bis Anfang 2026 über 100.000 Unterschriften, konnte die Reformen aber nicht stoppen.

Bei der halbschriftlichen Division zerlegen Schüler große Zahlen in kleinere, leichter handhabbare Abschnitte, bevor sie sie lösen. Die traditionelle Methode beginnt dagegen mit der linken Ziffer des Dividenden, die dem Divisor entspricht oder ihn übersteigt. Beispielsweise ergibt 3.240 geteilt durch 5 in beiden Fällen 648. Die halbschriftliche Technik soll Rechnungen vereinfachen, doch einige Pädagogen sorgen sich über die Einführung während der laufenden Auseinandersetzungen um die Schulstruktur.

Die Umstellung auf die halbschriftliche Division betrifft ab 2027/28 die dritten und vierten Klassen. Sie folgt auf frühere Kontroversen um jahrgangsgemischte Lerngruppen, die im Rahmen derselben Reform die Klassen 1–2 und 3–4 zusammenlegten. Kritiker werfen der Landesregierung vor, die Änderungen überstürzt und ohne ausreichende Ressourcen oder Lehrerfortbildungen umzusetzen.

Der Wechsel zur halbschriftlichen Division ist ein weiterer Schritt in Niedersachsens Bildungsreform. Bis zum Schuljahr 2027/28 müssen Schulen Lehrmaterialien anpassen und das Personal schulen. Ob die Reform gelingt, hängt auch davon ab, wie gut sie die Bedenken ausräumt, die bereits bei früheren Streitigkeiten über die Umgestaltung des Unterrichts aufkamen.