Niedersachsen will Lieferdienste zu fairen Arbeitsverträgen verpflichten
Mia StollNiedersachsen will Lieferdienste zu fairen Arbeitsverträgen verpflichten
Niedersachsen fordert Direktanstellungspflicht für Essenslieferanten
Niedersachsens Arbeitsminister Andreas Philippi (SPD) verlangt eine gesetzliche Verpflichtung zur Direktanstellung von Beschäftigten in Essenslieferdiensten.
- November 2025, 11:33 Uhr
Niedersachsens Arbeitsminister hat schärfere Regeln für Essenslieferdienste gefordert. Andreas Philippi (SPD) will erreichen, dass Unternehmen gesetzlich verpflichtet werden, Fahrradkurier:innen als direkte Angestellte einzustellen. Seine Begründung: Die aktuellen Praktiken auszubeuten die Beschäftigten und untergraben faire Arbeitsbedingungen im gesamten Bundesland.
Allein im Jahr 2022 nahmen rund 94.000 Menschen in Niedersachsen sogenannte Gig-Jobs an. Viele davon arbeiten in der Essenslieferung, wo sie mit befristeten Verträgen, niedrigen Löhnen und strenger digitaler Überwachung konfrontiert sind. Obwohl die Fahrer:innen fest in die Unternehmensabläufe eingebunden sind, werden sie häufig über Subunternehmer beschäftigt – statt direkt angestellt zu sein.
Die Forderung nach einer Direktanstellung zielt darauf ab, die prekären Arbeitsbedingungen in der Gig-Economy zu verbessern. Diese Jobs sind oft zeitlich befristet, in Teilzeit und schlechter bezahlt als vergleichbare Berufe. Der Vorstoß des Ministeriums spiegelt die wachsende Sorge um faire Arbeitsverhältnisse in der plattformbasierten Wirtschaft der Region wider.
