Niedersachsen will Gleichberechtigung in Beruf und Familie revolutionieren – doch die Zahlen bleiben alarmierend
Mia StollNiedersachsen will Gleichberechtigung in Beruf und Familie revolutionieren – doch die Zahlen bleiben alarmierend
Niedersachsen treibt mehr Gleichberechtigung in Beruf und Familie voran
Andreas Philippi, Gleichstellungsminister des Landes, fordert Männer auf, sich stärker in Haushalt und Familie einzubringen. Zudem sollen Unternehmen flexible Arbeitsmodelle einführen und Lohn- sowie Führungspositionen gerechter verteilen.
Die aktuellen Zahlen zeigen weiterhin deutliche Ungleichheiten: Der Gender-Pay-Gap in Niedersachsen liegt bei 16 Prozent, während die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen etwa 30 Prozent beträgt. Auch bei den Beschäftigungsquoten gibt es große Unterschiede: 65,2 Prozent der Mütter mit Kindern unter drei Jahren sind erwerbstätig, doch nur 27,0 Prozent der Mütter mit minderjährigen Kindern arbeiten in Vollzeit. Demgegenüber sind 91,8 Prozent der Väter mit kleinen Kindern vollzeitbeschäftigt – mehr als neun von zehn Vätern gehen unabhängig vom Alter ihrer Kinder einer Arbeit nach.
Philippi, SPD-Politiker und zuständig für Gleichstellung, betont die Dringlichkeit von Veränderungen. Er plädiert dafür, dass sich Eltern die Kinderbetreuung gleichberechtigter teilen. Die Landesregierung plant nun eine Reform des Gleichstellungsgesetzes, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für alle Beschäftigten zu verbessern. Ein zentraler Punkt ist der Ausbau von Teilzeitmodellen in Führungspositionen. Ziel ist es, Eltern – insbesondere Müttern – zu ermöglichen, Karriere und Familie besser zu vereinbaren, ohne berufliche Nachteile hinnehmen zu müssen.
Die geplanten Reformen zielen auf langjährige Ungleichheiten bei Löhnen, Renten und Aufstiegschancen ab. Gelingen sie, könnten sie die Herangehensweise von Familien und Arbeitgebern an die Work-Life-Balance in Niedersachsen grundlegend verändern. Der Fokus des Landes bleibt darauf, faire Bedingungen für Männer und Frauen im Berufsleben zu schaffen.
