Niedersachsen will Fernunterricht bei Extremwetter und Störungen erlauben
Lidia HartungDistanzunterricht bei Sturm und Eis? Landesregierung plant Reform - Niedersachsen will Fernunterricht bei Extremwetter und Störungen erlauben
Niedersachsen plant Änderung des Schulgesetzes für digitalen Unterricht in Ausnahmefällen
Die Landesregierung in Niedersachsen will das Schulgesetz reformieren, um in bestimmten Situationen Fernunterricht zu ermöglichen. Die Initiative wurde Anfang Oktober erstmals angekündigt. Falls der Entwurf verabschiedet wird, erhalten Schulen mehr Flexibilität bei extremem Wetter oder anderen Störungen.
Die geplante Reform stammt von der rot-grünen Koalition unter Führung von SPD und Grünen. Sie möchte digitalen Unterricht aus pädagogischen oder organisatorischen Gründen rechtlich verankern – etwa wenn der Schülertransport ausfällt und dadurch flächendeckende Unterrichtsausfälle drohen.
Laut Gesetzentwurf könnten Schulen bei Stürmen, Glatteis, Hitzewellen oder anderen Notlagen auf Online-Unterricht umstellen. Auch bei Bränden oder Pandemien, wenn die Präsenz gefährlich wird, wäre Fernunterricht möglich. Dennoch bleibt der Präsenzunterricht die Priorität, und klassische "Hitzefreie" sollen nicht automatisch entfallen. Die Novelle ist bisher ein Entwurf und muss noch vom Landtag beschlossen werden. Kritische Stimmen, darunter der Landeselternrat und Lehrerverbände, warnen jedoch, dass die Regelungen nicht dazu genutzt werden dürfen, Personalmangel oder fehlende Klassenräume zu verschleiern.
Sollte das Gesetz verabschiedet werden, hätten Schulen in Niedersachsen bei Störungen mehr Handlungsmöglichkeiten. Digitaler Unterricht könnte helfen, großflächige Ausfälle bei Transportproblemen oder Extremwetter zu vermeiden. Die endgültige Entscheidung liegt nun beim Landtag.
