07 March 2026, 18:25

Niedersachsen führt 2026 ein neues Schulfach für Christentum ein – und löst Debatten aus

Ein Plakat, das die Heilige Dreifaltigkeit Polnische Pfarrschule in Cleveland, Ohio zeigt, mit einem Gebäude mit Fenstern, einer Gruppe von Menschen, Fahrzeugen auf der Straße, Fahnen an Stangen und einem bewölkten Himmel, mit Text unten.

Niedersachsen führt 2026 ein neues Schulfach für Christentum ein – und löst Debatten aus

Niedersachsen führt ab August 2026 neues Schulfach Christliche Religion ein

Das Land Niedersachsen wird ab August 2026 ein neues Schulfach mit dem Namen Christliche Religion einführen. Damit entfallen die bisher getrennten konfessionellen Unterrichtsangebote für evangelische und katholische Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 10. Bildungsministerin Julia Willie Hamburg verteidigte die Pläne nach Kritik an irreführenden Medienberichten über die Inhalte des Lehrplans.

Das Fach wurde in Zusammenarbeit zwischen der Landesregierung, den evangelischen Landeskirchen und den katholischen Diözesen entwickelt. Im Mittelpunkt stehen christliche Erzählungen, biblische Texte und theologische Traditionen, wobei die Unterrichtsgestaltung praxisnah und alltagsrelevant sein soll. Ministerin Hamburg betonte, dass der Lehrplan fest in christlichen Werten verankert bleibe.

Die endgültige Freigabe der Lehrpläne erfolgt erst nach Abstimmung mit den Kirchen. Bis dahin werden Entwürfe mit rund 130 Themen bis Ende April 2026 geprüft. Obwohl Jesus Christus nur in fünf der vorgeschlagenen Themenbereiche explizit vorkommt, wird das Fach auch behandeln, wie christliche Werte mit anderen Religionen und Weltanschauungen im Unterricht an weiterführenden Schulen in Beziehung gesetzt werden können.

Das neue Fach ist bundesweit einzigartig, da es die bisher getrennten konfessionellen Unterrichtsangebote zusammenführt. Es steht zwar auch Schülerinnen und Schülern anderer oder ohne religiösen Hintergrund offen, bleibt in seinen Inhalten aber bekenntnisorientiert. Kritik gab es unter anderem an der Aufnahme von Themen wie Scharia-Recht, UN-Klimaziele und geschlechtliche Identität, die einige Beobachter als Abweichung von der traditionellen Religionsvermittlung sehen.

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Der endgültige Lehrplan wird in Absprache mit kirchlichen Vertretern vor der Einführung festgelegt. Ab dem Schuljahr 2026/27 wird Christliche Religion dann an niedersächsischen Schulen unterrichtet. Das Fach markiert damit einen Wandel weg vom bisherigen Modell getrennter evangelischer und katholischer Religionslehre.

Quelle