Neues GEAS-Gesetz: Schnellere Abschiebungen und strengere Asylregeln in Deutschland
H.-Dieter HuhnNeues GEAS-Gesetz: Schnellere Abschiebungen und strengere Asylregeln in Deutschland
Deutschland hat mit dem neuen GEAS-Gesetz tiefgreifende Reformen seines Asylsystems auf den Weg gebracht. Die Änderungen beschleunigen Abschiebeverfahren und führen strengere Kontrollen für Geflüchtete ein, die ins Land kommen. Mehrere Bundesländer haben bereits Bedenken gegen bestimmte Maßnahmen geäußert.
Künftig müssen alle ankommenden Schutzsuchenden ein vom Bundespolizei geleitetes „Screening“-Verfahren durchlaufen. Dazu gehört auch ein „Vulnerability-Check“, um akute Bedürfnisse und besonderen Schutzbedarf zu ermitteln.
Rechtliche Klagen gegen Entscheidungen des BAMF führen nicht mehr automatisch zur Aussetzung von Abschiebungen. Dadurch werden Abschiebungen beschleunigt, doch könnte dies die Gerichte mit Eilanträgen überlasten. Mehr als die Hälfte aller Asylanträge wird aufgrund der „20-Prozent-Klausel“ im beschleunigten Verfahren geprüft – betroffen sind Antragsteller aus Ländern mit einer Schutzquote unter diesem Wert.
Die Reform verschärft zudem die Einschränkungen für Asylsuchende, insbesondere in „Dublin-Fällen“. Behörden dürfen Leistungen kürzen oder Menschen obdachlos lassen, allein aufgrund eines „Dublin-Beschlusses“ – obwohl der Europäische Gerichtshof diese Praxis für unzulässig erklärt hat. Die Bundesländer werden außerdem angewiesen, „Sekundärmigrationszentren“ mit strengen Auflagen und nur grundlegender Versorgung einzurichten.
Berlin, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz lehnen die Pläne für solche Zentren ab. Sie argumentieren, dass bereits ausreichende Unterkünfte vorhanden seien. Positiv zu bewerten ist, dass die Reform allen Kindern nach zwei Monaten einen verbindlichen Schulzugang und Minderjährigen eine Krankenversicherung garantiert – beides war bisher nicht zwingend vorgeschrieben.
Die GEAS-Reform strafft die Asylverfahren und verschärft die Bedingungen für bestimmte Gruppen. Gleichzeitig führt sie neue Schutzmaßnahmen für Kinder ein, die Bildung und medizinische Versorgung sichern. Allerdings stoßen einige Regelungen auf rechtlichen und politischen Widerstand von Bundesländern und Gerichten.
