Neuer Mordprozess nach 33 Jahren: Der ungelöste Fall des Reiterhofs in Unterfranken
H.-Dieter HuhnNeuer Prozess für tote Mädchen in Güllegrube Mitte Mai - Neuer Mordprozess nach 33 Jahren: Der ungelöste Fall des Reiterhofs in Unterfranken
Im Mai 2026 beginnt ein vielbeachteter Wiederaufnahmeprozess im Fall der Ermordung eines 13-jährigen Mädchens im Jahr 1993 auf einem abgelegenen Reiterhof in Unterfranken. Der Fall, der zu einer umstrittenen Verurteilung führte, wird nun vor einer neuen Richterbank am Landgericht Würzburg neu verhandelt.
Im ursprünglichen Prozess stand ein einziger Beschuldigter im Mittelpunkt, dem vorgeworfen wurde, das Kind sexuell missbraucht und ermordet zu haben, bevor er ihre Leiche in einer Jauchegrube versteckte. Die Anklage stützte sich auf Indizienbeweise, darunter die DNA des Angeklagten, die auf der Unterwäsche des Opfers und in einem Blutspurenbefund gefunden wurde. Trotz dieser Beweislage plädierte die Verteidigung auf Freispruch und verwies auf berechtigte Zweifel.
Im ersten Verfahren verurteilte das Gericht den Angeklagten, der zum Zeitpunkt der Tat minderjährig war, zu sechs Jahren und sechs Monaten Jugendhaft. Während des gesamten Prozesses schwieg der Beschuldigte. Die Verteidigung legte später Berufung gegen das Urteil ein, was zur Wiederaufnahme des Verfahrens führte.
Die neuen Verhandlungen beginnen am 18. Mai 2026; insgesamt sind 26 Sitzungstage bis Ende Oktober angesetzt. Da der Angeklagte zum Zeitpunkt der Tat minderjährig war, findet der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Im Wiederaufnahmeverfahren werden erneut Beweise und Argumente beider Seiten geprüft. Eine endgültige Entscheidung wird bis Ende 2026 erwartet. Der Fall zählt nach wie vor zu den meistbeachteten der regionalen Rechtsgeschichte.
