28 March 2026, 10:34

Neue Rezeptregelung für Pflegeheime: Weniger Bürokratie, mehr Kosten für Ärzte

Plakat zur Pflegeschwesterwoche 2020 mit zwei Schwester-Fotos auf der linken Seite und Text auf der rechten Seite, der "Mitgefühl, Expertise, Vertrauen" lautet, einschließlich eines Logos in der rechten unteren Ecke.

Neue Rezeptregelung für Pflegeheime: Weniger Bürokratie, mehr Kosten für Ärzte

Neuer Gesetzentwurf ermöglicht direkte Übermittlung von Rezepten für Pflegeheimbewohner an Apotheken

Ein neuer Gesetzentwurf soll Ärzten künftig erlauben, Rezepte für Bewohner von Pflegeheimen direkt an Apotheken zu übermitteln. Die Änderung zielt darauf ab, den bürokratischen Aufwand zu verringern, indem das manuelle Weiterleiten entfällt. Allerdings bringt die Umstellung auch zusätzliche Kosten und Verwaltungsaufgaben für das medizinische Personal mit sich.

Die Regelung ist Teil des Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) der Bundesregierung. Sie sieht eine Übergangslösung vor, bis Pflegeheime bis zum 1. Januar 2029 vollständig in das spezielle elektronische System eingebunden sind. Nach dem Plan sollen E-Rezepte dann sicher über die Telematikinfrastruktur (TI) übermittelt werden.

Jede elektronische Verordnung wird voraussichtlich eine zusätzliche halbe Minute Bearbeitungszeit erfordern. Ärzte müssen den Versorgungsvertrag prüfen und die Daten an die Apotheke übermitteln. Trotz des Mehraufwands erwartet das Ministerium, dass die Neuerung die Arbeitsbelastung in Pflegeheimen verringern wird.

Das System enthält Schutzmechanismen, um Pflegeheime über ausgestellte Rezepte zu informieren – sofern die Bewohner nicht widersprechen. Dennoch hat die Umstellung finanzielle Folgen: Bei 792.000 Bewohnern, die von Versorgungsverträgen erfasst sind, rechnet das Ministerium mit zusätzlichen Personalkosten in Höhe von 9,7 Millionen Euro. Nach Abzug von Einsparungen verbleibt eine Nettobelastung von 4,7 Millionen Euro pro Jahr.

Unklar ist bisher, wie viele Apotheken bereits an das KIM-System für direkte Übermittlungen angeschlossen sind.

Die neue Regelung soll zwar die Rezeptabwicklung in Pflegeheimen vereinfachen, verursacht jedoch jährliche Zusatzkosten von 8,834 Millionen Euro. Für Ärzte bedeutet dies mehr Verwaltungsaufwand, während Bewohner das Recht behalten, Benachrichtigungen zu blockieren. Die Maßnahme gilt bis zur vollständigen Integration in das elektronische System im Jahr 2029.

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