Neue Ermittlungen gegen René Benko: 120 Millionen Euro verschwunden – was steckt dahinter?
Lidia HartungNeue Ermittlungen gegen René Benko: 120 Millionen Euro verschwunden – was steckt dahinter?
René Benko sieht sich erneut mit Ermittlungen wegen des Verdachts auf Veruntreuung von Geldern in München konfrontiert. Im Mittelpunkt steht eine Zahlung von 120 Millionen Euro, die ursprünglich für das Projekt Bahnhofplatz bestimmt war, jedoch anderweitig umgelenkt wurde. Die österreichischen Behörden prüfen weiterhin seine Finanzgeschäfte, während die juristischen Auseinandersetzungen anhalten.
Benko befindet sich seit Januar 2025 in Untersuchungshaft. Die jüngste Untersuchung ist bereits das 18. Strafverfahren gegen ihn und konzentriert sich auf den Verdacht des Vertrauensbruchs und Betrugs in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro. Ermittlern zufolge fungierte die Signa Prime Selection als eine Art „finanzieller Staubsauger“, der Gelder aus verschiedenen Immobilienprojekten abzog.
Die umgeleiteten Mittel sollen dazu gedient haben, Liquiditätsengpässe innerhalb der Signa Group zu decken. Ein Teil des Geldes floss zudem in eine Kapitalerhöhung für den Kauf des Londoner Kaufhauses Selfridges. Eine ähnliche Vorgehensweise wird auch bei einer Transaktion mit einem saudischen Staatsfonds im Zusammenhang mit dem Projekt „Franz“ in München vermutet.
Unterdessen rückt in Benkos Privatinsolvenzverfahren eine Reihe wertvoller Damenringe in den Fokus. Am Donnerstag verhandelt der österreichische Oberste Gerichtshof Berufungen im Zusammenhang mit seinem ersten Betrugs- und Insolvenzverfahren. Sollte das Urteil Bestand haben, würde Benko offiziell als verurteilter Häftling eingestuft werden.
Die juristischen Verfahren ziehen sich weiter hin, mit mehreren laufenden Ermittlungen und Berufungen. Eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs könnte Benkos rechtlichen Status festigen. Das Ergebnis könnte zudem Auswirkungen auf die weitere Prüfung seiner Geschäftspraktiken und Finanztransaktionen haben.
