MVZ in Braunschweig steht vor radikaler Neuordnung nach Insolvenzantrag
H.-Dieter HuhnMVZ in Braunschweig steht vor radikaler Neuordnung nach Insolvenzantrag
Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) der Herzogin-Elisabeth-Hospital-Stiftung in Braunschweig vor tiefgreifenden Veränderungen
Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens Anfang September steht das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) der Herzogin-Elisabeth-Hospital-Stiftung in Braunschweig vor weitreichenden Umbrüchen. Geschäftsführerin Bianca Wessels leitete zwar im Oktober einen Restrukturierungsprozess ein, doch eine umfassende Neuaufstellung ab dem 1. Januar 2026 stößt nun auf Hindernisse. Das Zentrum in der Leipziger Straße 24 beschäftigt derzeit sieben Ärztinnen und Ärzte sowie 25 Verwaltungsmitarbeitende in vier Fachbereichen.
Das Amtsgericht Braunschweig bestellte nach dem Insolvenzantrag Karina Schwarz zur vorläufigen Insolvenzverwalterin. Trotz der finanziellen Schwierigkeiten wird der Betrieb aller Abteilungen bis zum 31. Dezember 2025 aufrechterhalten.
Wessels sicherte einen reibungslosen Übergang für die orthopädischen und chirurgischen Bereiche, die ab Januar in eine neue Rechtsträgerschaft an einem anderen Standort wechseln. Die hausärztliche Versorgung hingegen wird zum Jahreswechsel vollständig eingestellt, da die beiden dort tätigen Medizinerinnen und Mediziner in nahegelegene Praxen gewechselt sind. Die Pläne, das gesamte MVZ bis 2026 umzustrukturieren, wurden bis zum 30. November 2025 geprüft – doch der Weggang wichtiger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erschwert die Umsetzung. Gleichzeitig laufen Verhandlungen mit potenziellen Käufern für die Rheumatologie-Abteilung, die in enger Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) geführt werden.
Die Zukunft des MVZ bleibt über den 31. Dezember hinaus ungewiss: Während die Allgemeinmedizin entfällt, stehen andere Bereiche entweder vor einem Standortwechsel oder der Suche nach neuen Trägern. Das Insolvenzverfahren läuft weiter, doch die orthopädischen und chirurgischen Leistungen werden zu Jahresbeginn von einem neuen Anbieter übernommen.
