26 January 2026, 21:22

Münsters Karnevalsgericht begeistert mit Promi-Prozess und viel Humor

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung eines überfüllten Gerichtssaals mit stehenden und sitzenden Menschen, beschriftet mit "Der Prozess der britischen Armee in London, England".

Münsters Karnevalsgericht begeistert mit Promi-Prozess und viel Humor

Münsters 55. Paohlbürger-Karnevalsgericht stand am Sonntag im Rampenlicht – mit einem prominentbesetzten Scheinprozess

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Das traditionelle Event, das seit Langem fester Bestandteil des Münsteraner Karnevals ist, bot am Wochenende wieder einen humorvollen Schauprozess, bei dem Prominente vor vollem Haus fiktive Vorwürfe abwehren mussten. Alle 200 Karten waren im Nu vergriffen – ein Beweis für die ungebrochene Beliebtheit der Veranstaltung in der Stadt.

Das vom KG Paohlbürger-Verein organisierte Karnevalsgericht versammelte bekannte Persönlichkeiten, die sich in einem scherzhaften Tribunal verteidigten. Darunter die Sängerin Mary Roos, der ein alter Skandal aus ihrer Musikkarriere vorgeworfen wurde, sowie Oberbürgermeister Tilmann Fuchs, der sich wegen angeblich übermäßigen Einsatzes der Farbe Grün in städtischen Projekten verantworten musste. Fuchs beteuerte seine Unschuld und kündigte an, sich zu wehren.

Auch Der Preis ist heiß-Moderator Jörg Draeger stand vor Gericht – verteidigt von seinem Freund und Kollegen Harry Wijnvoord. Unternehmer Clemens Tönnies musste sich der scherzhaften Anklage stellen, zu viel Geld in den FC Schalke 04 statt in den heimischen Verein Preußen Münster investiert zu haben. Jörg Pilawa gab ebenfalls einen Auftritt, wobei seine früheren Verbindungen zu Preußen Münster unerwähnt blieben. Die Prominenten hatten sich sichtbar auf ihre Rollen vorbereitet und sorgten so für beste Unterhaltung. Wie es die Tradition vorsieht, wird ein Richter am Ende ein Urteil fällen und die "Schuldigen" unter den Angeklagten benennen. Die als "Tennisplatz"-Prozess bekannte Veranstaltung ist seit über einem halben Jahrhundert ein Höhepunkt der Karnevalszeit.

Die ausverkaufte Show unterstrich einmal mehr den Reiz des Karnevalsgerichts als Mischung aus Satire und Spektakel. Mit dem Urteil findet der diesjährige Scheinprozess seinen Abschluss – das Publikum darf sich bereits auf die nächste Auflage freuen. Bis dahin bleibt das Event ein geliebter Teil der Münsteraner Karnevalsfeiern.