Miss-Germany-Finale: Zwei Kopftuchträgerinnen trotzen rassistischen Vorurteilen

Mia Stoll
Mia Stoll
2 Min.
Eine Gruppe von Frauen in traditioneller bayischer Tracht spaziert strahlend durch eine Straße, umgeben von Bäumen und Gebäuden, auf einem Schwarz-Weiß-Bild.Mia Stoll

"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - Miss-Germany-Finale: Zwei Kopftuchträgerinnen trotzen rassistischen Vorurteilen

Deutschland krönt an diesem Wochenende seine neue Miss Germany – nach einem Wettbewerb, der sowohl Lob als auch Kontroversen ausgelöst hat. Unter den neun Finalistinnen befinden sich mit Büsra Sayed und Amina Ben Bouzid zwei Frauen, die ein Kopftuch tragen und wegen angeblich fehlender "Deutschheit" Kritik erfahren haben. Beide betonen selbstbewusst ihre Identität – Ben Bouzid stellt klar: "Wir sind deutsch!"

Die neun Finalistinnen wurden aus über 2.600 Bewerberinnen ausgewählt und stehen für einen Wandel des Wettbewerbs: Die Veranstalter suchen nicht mehr nur klassische Schönheitsköniginnen, sondern zukünftige Führungspersönlichkeiten – etwa mögliche DAX-Vorständinnen oder erfolgreiche Unternehmerinnen. Die aktuelle Titelträgerin, Dr. Valentina Busik, ist Ärztin und setzt künstliche Intelligenz ein, um das deutsche Gesundheitssystem zu verbessern.

Seit ihrer Nominierung sehen sich Sayed und Ben Bouzid einer Welle rassistischer und sexistischer Kommentare ausgesetzt, vor allem von Männern, die ihr Recht infrage stellen, deutsche Frauen zu repräsentieren. Trotz der Anfeindungen bleiben beide entschlossen und sehen ihre Teilnahme als Chance, anderen den Weg zu ebnen.

Sieben der neun Kandidatinnen kommen aus Regionen außerhalb von Berlin und Wiesbaden, wo Sayed und Ben Bouzid leben. Zu den weiteren Finalistinnen gehören Aileen Tina Hufschmidt aus Wuppertal, Abina Ntim aus Hamburg und Rose Mondy aus Herne. Ihre Hintergründe reichen von Biologie bis zur Pressearbeit beim Militär.

Sayed, Gründerin eines Modeabels für kopftuchfreundliche Kleidung, tritt in der Kategorie "Female Founder" an. Ben Bouzid, die frauengeführte Marken fördert, ist in der Kategorie "Female Leader" dabei. Mit Humor kontern beide Klischees – Sayed scherzt etwa: "Und wir lüften unsere Zimmer auch ordentlich!"

Das Finale präsentiert eine vielfältige Gruppe von Frauen, die die neuen Ziele des Wettbewerbs widerspiegeln. Die Teilnahme von Sayed und Ben Bouzid unterstreicht die anhaltende Debatte über Identität und Repräsentation in Deutschland. Die Siegerin wird bei der Veranstaltung am Wochenende bekannt gegeben.

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