Meyer Werft setzt auf Airbus-Erfahrung: André Walter wird neuer Chef
Mia StollMeyer Werft setzt auf Airbus-Erfahrung: André Walter wird neuer Chef
André Walter wechselt von Airbus zur Meyer Werft
Meyer Werft stellt neuen Vorstandsvorsitzenden vor. André Walter übernimmt ab Juli 2026. Umstrukturierung, Zukunftssicherung, Arbeitsplätze und Airbus-Erfahrung im Fokus...
Papenburg, 13. Dezember 2025
Die Meyer Werft hat André Walter als neuen Vorstandsvorsitzenden benannt. Er wird das Amt am 1. Juli 2026 antreten und löst damit Bernd Eikens ab, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlässt, nachdem er es durch eine schwierige finanzielle Phase geführt hat. Der Führungswechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Werft bis 2028 ihre Geschäfte stabilisieren will.
Eikens hatte die Meyer Werft in einer turbulenten Zeit geleitet und nach der Rettung des Unternehmens im Jahr 2023 einen Umstrukturierungsplan umgesetzt. Damals hatten der Bund und das Land Niedersachsen jeweils 40 Prozent der Anteile übernommen, um einen Kollaps abzuwenden. Klaus Richter, Aufsichtsratsvorsitzender, würdigte Eikens für seine Führung in der Krise und die Sicherung von Aufträgen im Milliardenvolumen.
Aktuell verfügt das Unternehmen über ein volles Auftragsbuch, darunter Projekte am Standort Neptun Werft in Rostock. Dennoch bleiben Stellenabbau und Effizienzsteigerungen Teil des Sanierungsplans: Von den über 3.000 Arbeitsplätzen in Papenburg sollen mehrere Hundert im Rahmen eines freiwilligen Sozialplans abgebaut werden.
André Walter kommt von Airbus, wo er seit 2022 als Geschäftsführer der Airbus Aerostructures GmbH und der Airbus GmbH in Hamburg tätig war. Seine Berufung wurde von Klaus Richter begrüßt, der sich zuversichtlich zeigte, dass Walter die Umstrukturierung vorantreiben werde. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) bezeichnete den Wechsel als „wichtigen Schritt für die langfristige Zukunft der Meyer Werft“.
Ab Mitte 2026 übernimmt Walter die Führung einer Werft, die sich noch in der Erholungsphase befindet. Bis 2028 soll die Wende gelingen – mit einem Ausgleich zwischen notwendigen Stellenanpassungen und einer starken Auftragslage. Nun wird sich zeigen, ob sich Walters Erfahrung aus der Luftfahrtbranche auch im maritimen Sektor bewährt.
