Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Mia StollSpätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Maria Kolesnikowa, eine belarussische Oppositionsfigur, hat in der Krönungshalle zu Aachen den Internationalen Karlspreis erhalten. Die Auszeichnung würdigt ihren Einsatz für demokratische Rechte und freie Wahlen in Belarus. Nach Jahren in Haft unter dem Regime von Alexander Lukaschenko war sie im Dezember 2025 aus der Gefangenschaft entlassen worden.
Kolesnikowa war erstmals 2020 inhaftiert worden, nachdem sie an den Massenprotesten gegen die umstrittene Wiederwahl Lukaschenkos beteiligt gewesen war. Ein Gericht verurteilte sie später zu elf Jahren in einer Strafkolonie. Trotz ihrer Inhaftierung verlieh ihr das Karlspreis-Komitee die Ehre bereits 2022 als Zeichen der Solidarität.
Ihre Freilassung im Dezember 2025 erfolgte nach Vermittlungsbemühungen der Vereinigten Staaten. Nach ihrer Entlassung erhielt sie in Deutschland politisches Asyl, wo sie seitdem lebt. Anders als viele Oppositionsvertreter entschied sie sich nach ihrer Freilassung bewusst gegen die Flucht ins Exil.
Der seit 1950 jährlich verliehene Karlspreis zeicht Persönlichkeiten aus, die sich um die europäische Einigung verdient gemacht haben. Kolesnikowa nahm die Auszeichnung am 6. Januar 2026 entgegen; die Veranstalter lobten ihren "außergewöhnlichen Mut" im Widerstand gegen das autoritäre Regime.
Unterdessen bleibt Belarus unter der repressiven Kontrolle Lukaschenkos. Stand März 2026 wurden keine größeren Proteste gemeldet, und Oppositionsaktivisten wie Kolesnikowa bleiben Zielscheibe der Behörden. Die politische Lage im Land bleibt angespannt, wobei die Sicherheitskräfte auf routinemäßige Verhaftungen statt auf massenhaften Widerstand setzen.
Kolesnikowas Auszeichnung unterstreicht ihren anhaltenden Kampf für Demokratie in Belarus. Sie lebt mittlerweile unter politischem Asyl in Deutschland, während Lukaschenkos Regierung ihre Macht weiter festigt. Eine Entspannung der Lage in Belarus ist nicht in Sicht – die Repression hält unvermindert an.