Mainzer Karnevalstruppe Allerscheenste pausiert 2026 – droht das Aus für eine Legende?
H.-Dieter HuhnMainzer Karnevalstruppe Allerscheenste pausiert 2026 – droht das Aus für eine Legende?
Die Allerscheenste, eine traditionsreiche Mainzer Karnevalsgesellschaft, wird 2026 eine Pause einlegen. Bekannt für ihren scharfen, dialektgeprägten Humor und ihre lebhaften Fastnachts-Sitzungen, kämpft die Gruppe seit Langem mit Nachwuchssorgen. Nach fast vier Jahrzehnten hängt ihre Zukunft nun davon ab, ob sich neue Mitglieder finden, die auf die Bühne wollen.
Gegründet 1986 von Mainzer Bürgern, avancierte die Allerscheenste schnell zu einer festen Größe im hiesigen Karneval. Ihre Veranstaltungen im rustikalen Gewölbe der Augustinerstraße-Kneipe standen unter dem Motto „Gott Jokus is unser Chef, der Augustinerkeller unsere Burg“ – ein Verweis auf ihren unprätentiösen, gemeindeorientierten Geist. Das Symbol der Truppe, ein Clown, spiegelte ihren spielerischen, aber auch respektlos-frechen Umgang mit der Fastnacht-Tradition wider.
Jahre lang blühte die Gesellschaft auf und verlieh seit 1996 jährlich den Aller-Allerscheenste-Preis an herausragende Persönlichkeiten des Mainzer Karnevals. Doch Ende 2025 zwang schwindende Beteiligung zu einer schwierigen Entscheidung: Die Sitzungen wurden auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Das Hauptproblem war ein Mangel an aktiven Mitgliedern, insbesondere an solchen, die bereit waren, selbst aufzutreten. Anfang 2026 übernahm Holger Bartz den Vorsitz von Karin Junker, die die Gruppe 14 Jahre lang geführt hatte. Seine erste Aufgabe war klar: die Allerscheenste retten oder ihren endgültigen Niedergang riskieren. Die Mitgliedschaft erfordert zwar die Teilnahme an regelmäßigen Treffen und einen kleinen Beitrag von 1,11 Euro pro Monat, doch betont Bartz, dass es vor allem auf Begeisterung ankommt. Unter seiner Führung peilt die Gruppe nun eine Rückkehr 2027 an – vorausgesetzt, es findet sich neuer Nachwuchs.
Ob die Allerscheenste zurückkehrt, hängt davon ab, ob bis zur Karnevalssaison 2027 neue Künstler gewonnen werden können. Gelingt dies, wird ihr Augustinerkeller wieder mit Lachen und lokalem Charme gefüllt. Gibt es jedoch keine Verstärkung, droht eine der beliebtesten Fastnachts-Institutionen Mainz’ in Vergessenheit zu geraten.
