Linke-Chefs verzichten freiwillig auf Teile ihres Gehalts – ein Signal mit Tradition
Lidia HartungLinke-Chefs verzichten freiwillig auf Teile ihres Gehalts – ein Signal mit Tradition
Die Vorsitzenden der Linken, Ines Schwerdtner und Jan van Aken, haben eine freiwillige Gehaltskürzung angekündigt. Künftig wollen sie nur noch so viel verdienen wie eine durchschnittliche Fachkraft. Mit ihrem Vorstoß soll ein neues Vorbild für die Abgeordneten der Partei gesetzt werden.
Die Linke diskutiert seit Langem über die Bezüge ihrer Mandatsträger. Schon ihre Vorgängerorganisationen wie die PDS zahlten Vertretern oft zusätzliche Gelder für politische Arbeit. Frühere Parteichefs wie Lothar Bisky und Klaus Ernst stockten ihre Diäten sogar mit Mitteln der Partei auf.
Schwerdtner und van Aken möchten die Obergrenze für Abgeordnetengehälter nun auf dem nächsten Parteitag verbindlich festschreiben. Kritiker warnen jedoch, dass dies gutverdienende Kandidaten davon abhalten könnte, für die Linke anzutreten.
Das Thema ist in der linken Politik nicht neu. Bereits in den 1970er-Jahren führte die Italienische Kommunistische Partei strenge Gehaltsgrenzen für ihre Mitglieder ein. Ihr damaliger Generalsekretär Enrico Berlinguer setzte sich für die Regelung ein, um die Verbindung zur Arbeiterklasse zu stärken und ethische Maßstäbe zu wahren. Aktuell bezieht die ehemalige Co-Vorsitzende Janine Wissler ein Bruttogehalt von 11.833,47 Euro monatlich – nach Abzügen bleiben ihr netto jedoch weniger als 4.100 Euro.
Sollte der Antrag angenommen werden, würde die Gehaltsgrenze für alle Abgeordneten der Linken gelten. Damit knüpft die Partei an eine lange Tradition an, die Einkommen von Volksvertretern an jenes von Durchschnittsverdienern koppelt. Über den Beschluss wird auf dem anstehenden Parteitag entschieden.






