Kölner Rosenmontagszug: Warum Pferde die Gemüter spalten

Ekkehard Scheel
Ekkehard Scheel
2 Min.
Ein Gemälde eines Karnevalsumzugs mit Menschen in bunten Kostümen, die auf Pferden vor einem geschmückten Festwagen reiten, vor einem klaren blauen Himmel mit Bäumen im Hintergrund.Ekkehard Scheel

Pferde beim Rosenmontagszug in Köln? Für und Wider - Kölner Rosenmontagszug: Warum Pferde die Gemüter spalten

Pferde beim Kölner Rosenmontagszug: Tradition oder Tierleid?

Pferde sind seit langem ein fester Bestandteil des Kölner Rosenmontagszugs – in diesem Jahr sollen rund 230 Tiere mitwirken. Doch wachsende Bedenken beim Tierschutz haben eine neue Debatte über ihre Rolle beim Fest ausgelöst. Kritiker, darunter Tierschutzorganisationen und ein bekannter Karnevalskünstler, fordern nun strengere Auflagen – oder sogar ein vollständiges Verbot.

Jahrzehntelang zogen Pferde durch die Kölner Straßen als Teil der berühmten Karnevalsfeiern. Doch ihre Teilnahme stößt zunehmend auf Widerstand. Tierschutzverbände wie PETA und der Deutsche Tierschutzbund argumentieren, dass Lärm, Gedränge und das chaotische Treiben die Tiere erheblichen Stress und Leid aussetzen.

Das Festkomitee hat bereits Gegenmaßnahmen ergriffen: Verpflichtende Schulungen für Teilnehmer, Eignungstests und Richtlinien zur Stressvermeidung – etwa Ruhezonen, vor Ort anwesende Tierärzte und erfahrene Betreuer. Doch die Kritiker halten diese Schritte für unzureichend. Sie verweisen auf Vorfälle wie den Unfall 2018, als scheu gewordene Kutschpferde durchgingen und mehrere Menschen verletzten, woraufhin Pferde an der Seite von Musikgruppen verboten wurden.

Doch nicht alle sind sich einig, wie es weitergehen soll. Der renommierte Karnevalskünstler Jacques Tilly sprach sich öffentlich gegen den Einsatz von Pferden aus und nannte die Praxis "überholt". Städte wie Bonn haben die Tiere bereits aus ihren Umzügen verbannt – mit gemischten Reaktionen: Manche Bürger bedauerten den Verlust der Tradition, andere akzeptierten die Änderung aus Sicherheitsgründen. Köln hingegen hält vorerst an den Pferden im Zug fest.

Die Diskussion um die Pferde beim Kölner Rosenmontagszug bleibt ungelöst. Zwar hat die Stadt die Vorschriften verschärft, doch Tierschützer bestehen auf einem kompletten Verbot. Mit 230 Pferden, die in diesem Jahr erneut dabei sein sollen, wird die Debatte voraussichtlich weitergehen.

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