Koblenz feiert Aschermittwoch der Künstler mit Installation und Performance
H.-Dieter HuhnKoblenz feiert Aschermittwoch der Künstler mit Installation und Performance
Einzigartiger Aschermittwoch der Künstler in Koblenz am 18. Februar 2026
Am 18. Februar 2026 fand in der Koblenzer Herz-Jesu-Kirche ein ungewöhnlicher Aschermittwochsgottesdienst statt: der Aschermittwoch der Künstler. Die Veranstaltung verband Kunst, Theologie und Musik auf besondere Weise. Lokale Künstlerinnen und Künstler, Kirchenvertreter sowie Wissenschaftler setzten sich in Installation, Predigt und Performance mit den Themen menschliche Vergänglichkeit und Kreativität auseinander.
Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand Barbara Gröbls Installation Mensch, die sich mit dem biblischen Sündenfall und den Widersprüchen der menschlichen Existenz beschäftigte. Das Werk ist bis Sonntag, den 15. März 2026, in der Kirche öffentlich zugänglich.
Professor Wolf-Andreas Liebert von der Universität Koblenz hielt eine Predigt über das Wortspiel ersöchpferisch – eine Kombination aus erschöpft und schöpferisch. Darin beleuchtete er die Spannung zwischen Selbstoptimierung und den Grenzen menschlicher Kreativität im modernen Leben. Eine weitere Deutung des Begriffs lag den verfügbaren Quellen nicht vor.
Die Feier wurde gemeinsam von Superintendent Rolf Stahl (Evangelische Kirche) und Dekan Thomas Darscheid (Katholische Kirche) geleitet. Organist Joachim Aßmann begleitete den Gottesdienst musikalisch an der Kirchenorgel.
Im Anschluss zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ins Künstlerhaus Metternich weiter, wo die Ausstellung Teil des Ganzen XII – ERSCHÖPFEND KREATIV des Bundes Bildender Künstler Mittelrhein (BBK) eröffnet wurde. Die Schau knüpfte an die Themen des Abends an und präsentierte Werke regionaler Künstler.
Die Veranstaltung stand für eine seltene Verbindung von religiöser Tradition und zeitgenössischer Kunst in Koblenz. Während Gröbls Installation noch drei Wochen zu sehen ist, lädt die BBK-Ausstellung zur weiteren Auseinandersetzung mit Kreativität und Erschöpfung ein. Beide Projekte unterstreichen den anhaltenden Dialog zwischen Glaube, Kultur und künstlerischem Ausdruck in der Region.
